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General Motors produziert trotz Trumps Autozöllen weiter in Südkorea

Trotz Milliarden-Investitionen in die US-Produktion fertigt GM weiterhin fast eine halbe Million Fahrzeuge jährlich in Südkorea.

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General Motors produziert trotz Trumps Autozöllen weiter in Südkorea

General Motors hat sich öffentlich zu Präsident Trumps Autozöllen bekannt und Neuinvestitionen von rund 5 Milliarden US-Dollar in die heimische Produktion zugesagt. Vorstandschefin Mary Barra lobte die Abgaben als Instrument zur Schaffung gleicher Wettbewerbsbedingungen. Doch gleichzeitig zeigt das Verhalten des größten US-Automobilherstellers nach Absatzvolumen ein anderes Bild: GM investiert weiterhin massiv in die Fahrzeugproduktion in Südkorea.

Konkret hat GM grünes Licht für Neuinvestitionen von rund 600 Millionen US-Dollar in seine koreanischen Werke gegeben. Ziel ist es, die dortige Produktion wieder auf die volle Kapazität von fast einer halben Million Fahrzeugen pro Jahr hochzufahren. Rund 90 Prozent der in Südkorea gefertigten Chevrolet- und Buick-Kompakt-SUVs werden laut Analysten in die USA exportiert.

Die Zollrechnung: Belastung, aber kein Stopper

Der aktuelle US-Zoll von 15 Prozent auf südkoreanische Autos erhöht die Kosten pro Fahrzeug nach Schätzungen der HSBC um etwa 2.000 US-Dollar. Das ist eine erhebliche Belastung, denn die Basismodelle dieser Fahrzeuge starten in den USA bei rund 22.000 bis 32.000 US-Dollar – ein Preissegment, in dem die Gewinnmargen traditionell gering sind.

Dennoch scheint die Kalkulation für GM aufzugehen. Offenbar sind die Produktionskosten in Südkorea trotz der Zollbelastung noch immer niedrig genug, um die Fertigung dort wirtschaftlich attraktiv zu halten. Dies verdeutlicht, wie komplex die globalen Lieferketten der Automobilindustrie sind und wie schwierig es ist, Produktionsverlagerungen allein durch Zölle zu erzwingen.

Widerspruch zwischen Bekenntnis und Praxis

Für deutsche Anleger und Beobachter ist die Situation aufschlussreich: GM bekennt sich einerseits zur US-Produktion und investiert 5 Milliarden Dollar in amerikanische Werke, um die heimische Fertigung auf mehr als zwei Millionen Fahrzeuge pro Jahr zu steigern. Andererseits fließen weitere 600 Millionen Dollar nach Südkorea, um die dortige Kapazität voll auszuschöpfen.

Dieses Vorgehen zeigt, dass selbst ein dezidiert amerikanischer Konzern wie General Motors in einer globalisierten Wirtschaft nicht einfach alle Produktionsstandorte ins Inland verlagern kann oder will. Die Zölle erhöhen zwar die Kosten, reichen aber offenbar nicht aus, um die Wettbewerbsvorteile der südkoreanischen Fertigung vollständig zu neutralisieren.

Für Verbraucher in den USA bedeutet dies, dass beliebte Modelle wie Chevrolet- und Buick-Kompakt-SUVs weiterhin aus Südkorea importiert werden – mit einem Preisaufschlag von rund 2.000 Dollar durch den Zoll. Ob und wie GM diesen Kostendruck an die Käufer weitergibt oder selbst absorbiert, bleibt eine zentrale Frage für die Profitabilität des Konzerns in diesem Fahrzeugsegment.

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