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Geldmarktfonds verzeichnen im April erste Mittelabflüsse seit Monaten

Gestiegene Risikobereitschaft der Anleger sorgt für Umschichtungen: Kapital fließt aus Geldmarktfonds in US- und globale Aktienfonds.

Geldmarktfonds verzeichnen im April erste Mittelabflüsse seit Monaten

Geldmarktfonds haben im April ihren Status als bevorzugte Anlageform eingebüßt. Laut Daten des britischen Branchenverbands Investment Association (IA) verzeichneten sie Abflüsse in Höhe von 755 Millionen Pfund – der erste monatliche Nettomittelabfluss für diesen Fondstyp seit August 2025. Damit bildeten Geldmarktfonds das Schlusslicht in der gesamten Absatzstatistik.

Der April markiert damit einen deutlichen Stimmungsumschwung nach Monaten starker Nachfrage nach bargeldähnlichen Anlagen. Anleger hatten in Zeiten erhöhter Marktvolatilität und Unsicherheit ihr Kapital verstärkt in kurzfristige, risikoarme Produkte umgeschichtet. Nun scheint sich das Blatt zu wenden.

Zwei Geldmarktsektoren im Vergleich

Innerhalb der Geldmarktfonds zeigt sich ein differenziertes Bild. Der größte Sektor, der sogenannte „Short Term Money Market" (kurzfristiger Geldmarkt), verwaltet ein Gesamtvermögen von etwas mehr als 53 Milliarden Pfund und war allein für die Abflüsse verantwortlich. Der kleinere Sektor „Standard Money Markets" mit einem Vermögen von 2,9 Milliarden Pfund verzeichnete hingegen einen leichten Zufluss.

Geldmarktfonds halten typischerweise einen diversifizierten Korb aus risikoarmen Anleihen mit kurzer Restlaufzeit von meist nur wenigen Monaten. Darüber hinaus können sie Gelder auf Bankfestgeldkonten anlegen und andere Geldmarktinstrumente von Finanzinstituten nutzen. Ihre Renditen orientieren sich in der Regel am Leitzins der Bank of England, wobei es üblicherweise eine leichte Verzögerung gibt, bevor die Fondsrendite auf Zinsänderungen reagiert.

Kapital fließt in US- und globale Fonds

Ein Teil des zuvor „geparkten" Kapitals wurde im April wieder investiert. US-Fonds gehörten zu den größten Profiteuren und zogen 932 Millionen Pfund an. Globale Fonds, die in den meisten Fällen die USA als größte Ländergewichtung aufweisen, verzeichneten ebenfalls starke Zuflüsse von 385 Millionen Pfund.

Besonders gefragt waren im April Index-Tracker-Fonds, die insgesamt 1,8 Milliarden Pfund einsammelten. Aktive Fonds hatten dagegen weiterhin zu kämpfen und verzeichneten Abflüsse von 331 Millionen Pfund. Betrachtet man ausschließlich aktive Aktienfonds, fielen die Abflüsse mit 2,4 Milliarden Pfund noch deutlich höher aus.

Miranda Seath, Direktorin für Marktanalysen und Fondssektoren bei der IA, kommentierte die Entwicklung: „Besonders auffällig ist in diesem Monat die Umschichtung weg von Geldmarktfonds. Während des Großteils des vergangenen Jahres hielten Anleger ihr Kapital in kurzfristigen, bargeldähnlichen Anlagen, was angesichts der Unsicherheit an den Märkten verständlich war."

Seath sieht in der Bewegung ein positives Signal: „Die Tatsache, dass wir nun sehen, wie dieses Geld in Bewegung gerät, ist ein ermutigendes Zeichen dafür, dass die Anleger beginnen, wieder mehr Vertrauen in die Anlageaussichten zu gewinnen, insbesondere für die USA nach einem starken Monat bei den Zuflüssen in nordamerikanische Aktien." Gleichzeitig stellt sie die Frage, ob die geopolitische Ungewissheit den Risikoappetit begrenzt halten wird.

Nachfrage bei einzelnen Plattformen weiterhin hoch

Interessant ist, dass die Plattformdaten von Interactive Investor ein anderes Bild zeichnen als die gesamtmarktweiten IA-Zahlen. Auf der Plattform gehörten Geldmarktfonds im April weiterhin zu den meistgekauften aktiven Fonds. Die thesaurierende und ausschüttende Anteilsklasse des Royal London Short Term Money Market belegte Platz eins und drei, während der Vanguard Sterling Short-Term Money Markets und Fidelity Cash die Plätze sieben und neun erreichten. Im Mai setzten sich diese vier Geldmarktfonds ebenfalls in den Top Ten fort.

Die Gesamtentwicklung zeigt, dass die Mittelzuflüsse in Fonds seit sechs Monaten in Folge positiv sind – ein Zeichen für eine insgesamt gestiegene Risikobereitschaft der Anleger. Ob sich dieser Trend fortsetzt, hängt maßgeblich davon ab, wie sich die geopolitischen Unsicherheiten und die Marktentwicklung in den kommenden Monaten gestalten.

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