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Gehebelte SpaceX-ETFs: Was Anleger unbedingt wissen müssen

Fast ein Dutzend neue 2X-ETFs auf SpaceX versprechen doppelte Renditen – doch Volatilitätsverfall und hohe Kosten lauern als Fallen.

Gehebelte SpaceX-ETFs: Was Anleger unbedingt wissen müssen

Am Montag wurden laut Bloomberg-ETF-Analyst Eric Balchunas fast ein Dutzend neue börsengehandelte Fonds aufgelegt, die die zweifache tägliche Rendite der SpaceX-Aktie (SPCX) liefern sollen. Das Prinzip klingt verlockend: Steigt die SpaceX-Aktie an einem Tag um 20%, legen diese sogenannten 2X-ETFs um 40% zu. Doch hinter dem einfachen Versprechen verbergen sich erhebliche Risiken, die Anleger kennen sollten.

Gehebelte ETFs nutzen Kredite oder Derivate wie Futures, Optionskontrakte und Swaps, um verstärkte Ergebnisse zu erzielen. Sie gelten in der Finanzwelt als besonders riskante Instrumente – nicht weil sie grundsätzlich schlecht sind, sondern weil unvorsichtige Anleger schnell mit unerwünschten Konsequenzen konfrontiert werden können. Für deutsche Privatanleger, die in solche Produkte einsteigen möchten, sind drei wesentliche Punkte entscheidend.

Verstärkte Gewinne bedeuten auch verstärkte Verluste

Der erste und offensichtlichste Punkt: Ein 2X-ETF verstärkt nicht nur Gewinne, sondern auch Verluste. Fällt der Referenzwert um 10%, verliert der ETF 20%. Das klingt zunächst symmetrisch, ist es aber mathematisch nicht. Eine Aktie, die um 10% fällt, muss anschließend um 11% steigen, um wieder den Ausgangswert zu erreichen. Der dazugehörige 2X-ETF, der um 20% gefallen ist, müsste hingegen um 25% zulegen, um die Verluste auszugleichen. Große Rückschläge sind bei gehebelten Produkten also besonders schwer aufzuholen.

Der Volatilitätsverfall frisst langfristig die Rendite

Das zweite und weniger offensichtliche Problem ist der sogenannte Volatilitätsverfall (Volatility Decay). Er entsteht, weil gehebelte ETFs täglich neu gewichtet werden. Ein konkretes Beispiel verdeutlicht den Effekt: Eine Aktie im Wert von 100 Dollar steigt an Tag eins um 10% auf 110 Dollar – der 2X-ETF klettert entsprechend um 20% auf 120 Dollar. Fällt die Aktie am nächsten Tag um rund 9,1% zurück auf 100 Dollar, sinkt der gehebelte ETF um mehr als 18% auf knapp 98 Dollar. Der Basiswert ist wieder auf dem Ausgangsniveau, der ETF jedoch im Minus.

Je länger dieser Effekt anhält, desto stärker wird die Rendite dieser ETFs beeinträchtigt. Selbst bei einer Blue-Chip-Aktie wie Apple (AAPL), die seit Jahresbeginn rund 9% zugelegt hat, liefert ein entsprechender 2X-ETF nicht das Doppelte dieser Rendite. Um den Volatilitätsverfall zu minimieren, empfehlen Experten generell, gehebelte ETFs nicht länger als wenige Tage zu halten – was präzises Market-Timing voraussetzt.

Höhere Kosten belasten die Rendite zusätzlich

Der dritte Faktor sind die Kosten. Gehebelte ETFs verursachen durch den Kauf und Verkauf von Derivaten höhere Betriebskosten als klassische Indexfonds. Hinzu kommen die Verwaltungsgebühren der Fondsgesellschaft. Diese Kosten zehren an der Rendite – besonders dann, wenn der Basiswert keine großen Gewinne verzeichnet. Im Vergleich zu einfachen Produkten wie einem S&P-500-Indexfonds sind die Gesamtkosten gehebelter ETFs in der Regel deutlich höher. Anleger sollten die Auswirkungen dieser Kosten auf ihre Ergebnisse sorgfältig kalkulieren, bevor sie investieren.

Für deutsche Privatanleger gilt: Gehebelte ETFs können in bestimmten Marktphasen ein nützliches Instrument sein, erfordern aber ein tiefes Verständnis ihrer Funktionsweise. Wer die drei beschriebenen Risiken – verstärkte Verluste, Volatilitätsverfall und höhere Kosten – nicht im Blick behält, riskiert unbeabsichtigte und potenziell erhebliche finanzielle Einbußen.

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