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Gehebelte ETFs: Warum diese Fonds gefährliche Fallen sind

SpaceX-Börsengang und ein neuer gehebelter Fonds zeigen: Anleger sollten die Risiken solcher Produkte genau kennen.

Gehebelte ETFs: Warum diese Fonds gefährliche Fallen sind

Der SpaceX-Börsengang sorgt für Schlagzeilen – Elon Musks Raumfahrtunternehmen hat im Rahmen des nach eigenen Angaben größten Börsengangs aller Zeiten 75 Milliarden US-Dollar eingesammelt. Noch am selben Tag startet der Handel der Aktie. Doch parallel dazu erscheint ein neues Finanzprodukt auf dem Markt, das Anleger besonders aufhorchen lassen sollte.

Ein neu emittierter Fonds mit dem Tickersymbol SPCF – fast identisch mit dem SpaceX-Ticker SPCX – verspricht die doppelte tägliche Performance der SpaceX-Aktie. Solche gehebelten ETFs klingen verlockend, bergen aber erhebliche Risiken, über die sich Privatanleger unbedingt im Klaren sein müssen.

Explosives Wachstum bei gehebelten ETFs

Das Segment der gehebelten ETFs wächst rasant. Laut Goldman Sachs hat sich das verwaltete Vermögen solcher Fonds in den vergangenen zwei Monaten verdoppelt. Allein in den USA gibt es mittlerweile mehr dieser gehebelten Produkte als Unternehmen im S&P 500 gelistet sind. Diese Entwicklung wirft ernsthafte Fragen zur Marktstabilität und zum Anlegerschutz auf.

Der entscheidende Unterschied zu klassischen Investments liegt in der Struktur dieser Produkte. Gehebelte ETFs sind keine „Buy-and-Hold"-Investments wie Aktien oder herkömmliche Fonds. Sie sind auf kurzfristiges Trading ausgelegt und können bei längerer Haltedauer dramatische Wertverluste erleiden – selbst dann, wenn sich der zugrundeliegende Markt seitwärts bewegt.

Verluste von über 99 Prozent – kein Einzelfall

Zwei der langlebigsten und bekanntesten Produkte dieser Kategorie verdeutlichen das Risiko eindrücklich: der ProShares UltraPro Short QQQ und der Direxion Daily Small Cap Bear 3X Shares. Beide gehebelten, inversen Fonds haben mehr als 99,9 Prozent ihres Wertes verloren. Um überhaupt weiter existieren zu können, müssen sie kontinuierlich Aktienzusammenlegungen durchführen und neue Anteile ausgeben.

Ein noch drastischeres Beispiel lieferte diese Woche ein neuer südkoreanischer Fonds, der eine gehebelte Wette auf den Chiphersteller SK Hynix anbot. Der Fonds stürzte am Dienstag um 27 Prozent ab – obwohl die zugrundeliegende Aktie von SK Hynix selbst um 16 Prozent stieg. Dieses Paradox zeigt, wie gefährlich die Hebelwirkung in Kombination mit der täglichen Neugewichtung solcher Produkte sein kann.

Was Anleger wissen müssen

Für deutsche Privatanleger sind folgende Punkte besonders wichtig:

  • Gehebelte ETFs sind für kurzfristiges Trading konzipiert, nicht für langfristige Geldanlage
  • Die tägliche Neugewichtung führt bei volatilen Märkten zu einem sogenannten „Volatility Decay" – einem schleichenden Wertverlust
  • Inverse und gehebelte Produkte können Verluste erleiden, selbst wenn sich der Basiswert in die gewünschte Richtung bewegt
  • Risikohinweise und Produktinformationsblätter sollten vor jedem Investment sorgfältig gelesen werden

Der aktuelle Boom bei gehebelten ETFs fällt in eine Phase erhöhter Marktvolatilität. Gleichzeitig sorgen geopolitische Entwicklungen – darunter Berichte über ein mögliches Abkommen zwischen den USA und dem Iran – für Bewegung an den Märkten. Der Ölpreis fiel zuletzt um weitere 3 Prozent auf den niedrigsten Stand seit Beginn des aktuellen Konflikts. In einem solchen Umfeld können gehebelte Produkte innerhalb kürzester Zeit massive Verluste produzieren.

Fazit: Der SpaceX-Börsengang und der fast namensgleiche gehebelte Fonds SPCF illustrieren ein wachsendes Problem. Anleger, die von der Begeisterung um ein Unternehmen mitgerissen werden, könnten versehentlich in ein hochriskantes Hebelprodukt investieren – mit potenziell verheerenden Folgen für ihr Portfolio.

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