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Gefahren im Netz für Kinder nehmen zu

Künstliche Intelligenz verschärft Risiken für Gewalt, Mobbing und Extremismus

Gefahren im Netz für Kinder nehmen zu

Kinder und Jugendliche sind im Internet zunehmend verschiedenen Gefahren ausgesetzt, wie aus dem Jahresbericht von Jugendschutz.net hervorgeht. Die Fachstelle von Bund und Ländern berichtet, dass das Risiko, dem junge Menschen online ausgesetzt sind, durch künstliche Intelligenz (KI) weiter verstärkt wird. KI-generierte Inhalte erschweren es, zwischen Realität und Fälschung zu unterscheiden, was die Risiken für sexualisierte Gewalt, Mobbing und Extremismus erhöht. Im Jahr 2023 wurden insgesamt 7.645 Verstöße gegen den Kinder- und Jugendschutz im Netz registriert, was eine Zunahme um 282 Fälle im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Dabei stellte die sexualisierte Gewalt mit etwa 5.000 Fällen den größten Anteil dar.

Ein weiteres zentrales Problem ist die Verbreitung von kinder- und jugendpornografischen Inhalten. Laut dem Bericht gingen 3.582 Fälle direkt an Strafverfolgungsbehörden, da es sich um besonders schwerwiegende Verstöße handelte. Diese Inhalte sind nicht nur für Kinder und Jugendliche gefährlich, sondern auch für Erwachsene völlig unzulässig. Dennoch bleibt eine hohe Dunkelziffer wahrscheinlich, da längst nicht alle Fälle gemeldet werden.

Ein kritischer Punkt in den Schutzkonzepten der Anbieter von Online-Plattformen ist die Altersprüfung der Nutzer. Obwohl fast alle von Jugendschutz.net beobachteten Plattformen ein Mindestalter vorgeben und altersdifferenzierte Zugänge anbieten, wird die Einhaltung dieser Altersgrenzen nur unzureichend kontrolliert. Zudem zeigt der Bericht auf, dass viele Plattformen unzulässige Inhalte nicht konsequent löschen. Die Löschquote von durch Nutzer gemeldeten Inhalten sei insgesamt zu niedrig und erhöhe sich erst nach offiziellem Kontakt mit den Behörden. Besonders problematisch sei dies bei TikTok, wo selbst nach Behördenkontakt nur 88 Prozent der unzulässigen Inhalte gelöscht werden.

Bundesjugendministerin Lisa Paus äußerte sich besorgt über die zunehmende Konfrontation von Kindern und Jugendlichen mit Hass, Hetze und Desinformation im Internet. Sie betonte, dass junge Menschen ein Recht auf sichere und unbeschwerte Teilhabe an der digitalen Welt haben, wovon man derzeit jedoch noch weit entfernt sei. Auch die Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Kerstin Claus, forderte strengere Auflagen für die Anbieter von Videoplattformen, sozialen Netzwerken und Online-Spielen mit Chatfunktion. Sie kritisierte, dass die bisherigen Pflichten nicht ausreichend umgesetzt würden und dringender Handlungsbedarf bestehe.

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