Geely Aktie steigt: Joint Venture mit Ford in Spanien
Eine Produktionspartnerschaft mit Ford Motor in Valencia katapultiert die Geely-Aktie um 3,0 Prozent nach oben.

Die Aktie von Geely Automobile legte am Freitag um 3,0 Prozent zu – und das deutlich stärker als der breite Hongkonger Markt, der gleichzeitig über 1 Prozent nachgab. Auslöser war eine wegweisende Produktionspartnerschaft mit dem US-Autobauer Ford Motor, die das Unternehmen am Abend des 23. Juli bekanntgab.
Konkret wird Geelys hundertprozentige Tochtergesellschaft Geely SPV eine Beteiligung von 34 Prozent an Ford España, S.L. für 221 Millionen Euro erwerben. Daraus entsteht ein Joint Venture im Ford-Werk im spanischen Valencia. Ford behält dabei eine Mehrheitsbeteiligung von 66 Prozent. Vorbehaltlich der behördlichen Genehmigungen soll der Betrieb in der ersten Jahreshälfte 2027 aufgenommen werden.
Elektro-SUV EX5 soll 2028 vom Band laufen
Das erste Fahrzeug, das im Rahmen dieser Partnerschaft produziert werden soll, ist der Elektro-SUV EX5 der Marke Geely – ein Modell, das bereits in ganz Europa verkauft wird. Die Serienproduktion in Valencia ist planmäßig für das Jahr 2028 vorgesehen. Das Joint Venture strebt zudem eine jährliche Produktionskapazität von rund 500.000 Einheiten am spanischen Standort an, was Geely eine erhebliche Skalierbarkeit für den europäischen Markt verschafft.
Die strategische Logik hinter dem Deal ist für Anleger und Marktbeobachter klar: Durch eine physische Produktionspräsenz innerhalb der Europäischen Union reduziert Geely seine Anfälligkeit gegenüber Importzöllen erheblich. Diese Zölle belasten chinesische Automobilhersteller seit geraumer Zeit beim Export von Elektrofahrzeugen nach Europa und haben die Wettbewerbsfähigkeit chinesischer Marken auf dem Kontinent spürbar eingeschränkt.
Timing des Deals ist kein Zufall
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Zur AktienanalyseBesonders bemerkenswert ist der Zeitpunkt der Ankündigung: Sie erfolgte nur einen Tag, nachdem US-Gesetzgeber Maßnahmen zur Verschärfung der Beschränkungen für chinesische Automobilhersteller vorangetrieben hatten. Dies unterstreicht, wie entscheidend die Lokalisierung der Produktion in Europa für chinesische Hersteller geworden ist. Eine eigene Fertigungsstätte auf EU-Boden schützt vor externen Handelshemmnissen und stärkt die Marktposition nachhaltig.
Die Reaktion der Anleger fiel entsprechend positiv aus. Geely entwickelte sich am Freitag deutlich besser als der breitere Hongkonger Aktienmarkt und zeigte damit, dass der Markt die strategische Weitsicht hinter dem Valencia-Deal honoriert. Für deutsche und europäische Privatanleger ist das Abkommen ein Signal, dass Geely seinen Expansionskurs in Europa mit konkreten Investitionen untermauert – und dabei auf einen etablierten Partner wie Ford setzt.


