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GE Aerospace widerspricht Boeing: GEnx-Triebwerke für Monate vorrätig

CEO Larry Culp weist Bedenken zurück und verweist auf 30% mehr Großraumtriebwerk-Auslieferungen im zweiten Quartal.

GE Aerospace widerspricht Boeing: GEnx-Triebwerke für Monate vorrätig

GE Aerospace-Chef Larry Culp hat am Donnerstag Bedenken von Boeing zurückgewiesen, wonach Verzögerungen bei der Auslieferung von GEnx-Triebwerken den Produktionshochlauf der Boeing 787 behindern könnten. Culp verwies auf einen deutlichen Anstieg der Triebwerksauslieferungen und betonte, dass GE im Boeing-Werk in Charleston, South Carolina, GEnx-Triebwerke für mehrere Monate vor Ort vorrätig habe. „Wir glauben daher nicht, dass wir die Auslieferungen in irgendeiner Weise bremsen", sagte Culp gegenüber Reuters.

Die Zahlen sprechen für Culps Argumentation: Die Auslieferungen von Großraumflugzeug-Triebwerken bei GE stiegen im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 30 Prozent. Die GEnx-Auslieferungen legten laut Culp sogar „deutlich mehr" zu. Damit setzt GE Aerospace ein klares Signal, dass der Triebwerkshersteller seinen Teil des Produktionshochlaufs erfüllt.

Hintergrund: Boeing will 787-Produktion steigern

Boeing-CEO Kelly Ortberg hatte zuvor erklärt, dass das Ziel des Flugzeugbauers, die 787-Produktion von etwa acht auf zehn Maschinen pro Monat zu steigern, unter anderem davon abhängt, dass GE die Lieferverzögerungen beim GEnx-Triebwerk behebt. Ortberg nannte zudem Engpässe bei der Zertifizierung von Premium-Sitzen als weiteren hemmenden Faktor für den Produktionshochlauf.

Culp räumte ein, dass GE die Auslieferungen weiter steigern müsse, um mit den von Boeing angestrebten höheren Produktionsraten Schritt zu halten. Gleichzeitig betonte er die enge Zusammenarbeit beider Unternehmen: „GE wird den Hochlauf der 787 unterstützen und tut dies bereits. Wir sind hoch motiviert und eng abgestimmt. Darüber gibt es keine Diskussion. Wir werden sie bei jedem Schritt begleiten."

Strategische Bedeutung des 787-Programms für GE

Das 787-Programm hat für GE Aerospace eine herausragende strategische Bedeutung. Rund 80 Prozent aller Boeing 787 werden von GE-Triebwerken angetrieben. Angesichts der weltweit steigenden Nachfrage nach Großraumflugzeugen ist das Programm für den Triebwerkshersteller damit von entscheidender wirtschaftlicher Relevanz.

Auf die Frage, ob die Lieferverzögerungen beim GEnx vollständig behoben seien und ob die Auslieferungen im weiteren Jahresverlauf gleichmäßig erfolgen würden, gab sich Culp zuversichtlich, aber vorsichtig. GE werde eng mit Boeing zusammenarbeiten, um die Anforderungen bei steigender 787-Produktion zu erfüllen. Er fügte hinzu, dass die Lieferkette für zivile Triebwerke die Wende geschafft habe – auch wenn die Auslieferungen in der zweiten Jahreshälfte und im nächsten Jahr weiter gesteigert werden müssten.

Die öffentliche Auseinandersetzung zwischen den beiden Industriegiganten verdeutlicht, wie eng die Abhängigkeiten in der Luftfahrtindustrie sind. Für Boeing ist der Produktionshochlauf der 787 ein zentrales Element der wirtschaftlichen Erholung nach Jahren turbulenter Entwicklungen. GE Aerospace wiederum hat ein starkes Eigeninteresse daran, als zuverlässiger Partner zu gelten – schließlich hängt ein Großteil des eigenen Wachstums von der Nachfrage nach Großraumflugzeugen ab.

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