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GDL-Warnstreik legt Bahnverkehr lahm

Streikfolgen und Tarifforderungen - Die Bahn in der Krise

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GDL-Warnstreik legt Bahnverkehr lahm

Die angekündigten Warnstreiks der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) haben gestern und heute zu erheblichen Beeinträchtigungen im Zugverkehr in ganz Deutschland geführt. Die Deutsche Bahn hat einen Notfahrplan erstellt, um die Auswirkungen des Streiks abzumildern. Infolge des Streiks werden voraussichtlich "weniger als 20 Prozent der ICE- und IC-Züge" fahren, so Achim Stauß, Sprecher der Deutschen Bahn. Dies bedeutet, dass Reisende in den kommenden Tagen mit erheblichen Verzögerungen und Zugausfällen rechnen müssen.

Der Streik begann am Montag Abend um 22:00 Uhr und soll bis zum Donnerstagabend um 18:00 Uhr dauern. Bereits vor Streikbeginn wurden einige Züge ausfallen, um zu verhindern, dass sie während des Streiks gestrandet sind. Die Bahn hat ihre Bemühungen verstärkt, um die Auswirkungen des Streiks zu mildern, indem sie längere Züge mit zusätzlichen Sitzplätzen einsetzt. Dennoch wird erwartet, dass der Zugverkehr in vielen Regionen stark beeinträchtigt sein wird. Reisende werden ermutigt, geplante Reisen während der Streikzeit zu verschieben, da die Fahrkarten flexibel eingesetzt werden können.

Die kurzfristige Ankündigung des Streiks hat in der Bevölkerung auf Unverständnis gestoßen. Konrad Spremberg vom RBB bezeichnete die Entscheidung der GDL als verantwortungslos, da sie die Fahrgäste belaste. Die Deutsche Bahn hatte bereits in der ersten Verhandlungsrunde ein großzügiges Angebot gemacht, was nach Ansicht vieler als ausreichend angesehen wurde. Der Streik wird daher von einigen als überzogen und unnötig empfunden.

GDL-Chef Claus Weselsky verteidigte den kurzfristig angekündigten Streik und betonte, dass er notwendig sei, um Druck aufzubauen. Die Tarifverhandlungen zwischen der GDL und der Deutschen Bahn hatten vor einer Woche begonnen und sollten eigentlich in dieser Woche fortgesetzt werden. Die Deutsche Bahn sagte jedoch die nächsten Verhandlungsrunden ab, da sie Streiks und Verhandlungen für unvereinbar hält.

Die Forderungen der GDL umfassen eine monatliche Lohnerhöhung von mindestens 555 Euro, eine Erhöhung der Zulagen für Schichtarbeit um 25 Prozent und eine steuerfreie Inflationszahlung von 3.000 Euro. Das Hauptanliegen der Gewerkschaft ist jedoch eine 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich in einer Vier-Tage-Woche für Beschäftigte im Schichtdienst. Die Deutsche Bahn hat ein erstes Angebot vorgelegt, das elf Prozent mehr Lohn sowie eine Inflationsprämie von bis zu 2.850 Euro bei einer Laufzeit von 32 Monaten beinhaltet. Die Forderung nach Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich lehnt das Unternehmen jedoch als nicht umsetzbar ab.

Kritik am Vorgehen der GDL kommt auch von Pro Bahn, einem Fahrgastverband. Die Tatsache, dass Streiks kurzfristig angekündigt werden, wurde bemängelt, da Pendlerinnen und Pendler sich nicht rechtzeitig darauf einstellen können. Das Streikrecht wird zwar nicht in Frage gestellt, aber die GDL wird dazu aufgefordert, die Bedürfnisse der Fahrgäste zu berücksichtigen, da der Nahverkehr als Daseinsvorsorge gilt.

Streik GdLGewerkschaften

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