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GDL-Streik bei der Bahn: Ein Blick auf den Tarifkonflikt

Hintergründe, Auswirkungen und das Tarifeinheitsgesetz im Fokus

GDL-Streik bei der Bahn: Ein Blick auf den Tarifkonflikt

Die Lokführergewerkschaft GDL setzt ihren landesweiten Streik im Tarifstreit mit der Deutschen Bahn fort und sorgt damit für erhebliche Beeinträchtigungen im Bahnverkehr. Trotz eines bereits bestehenden Vertrags mit der größten Gewerkschaft EVG, die die Interessen von 180.000 Mitgliedern vertritt, fordert die GDL einen neuen Tarifvertrag für ihre Mitglieder. Eine der Hauptforderungen ist die Absenkung der Wochenarbeitszeit für Schichtarbeiter bei vollem Lohnausgleich. Die Bahn lehnt diese Forderung ab und weigert sich, darüber zu verhandeln. Sie hat zwar alternative Arbeitszeitmodelle angeboten, doch die GDL betrachtet dieses Angebot als Provokation.

Der Streik, der voraussichtlich bis Freitagabend andauern wird, hat landesweit zu Zugausfällen und Verspätungen geführt. Der Notfahrplan der Deutschen Bahn wurde mit einem stark reduzierten Angebot an Fahrten im Fern-, Regional- und S-Bahn-Verkehr fortgesetzt. Im Fernverkehr ist etwa jeder fünfte Zug im Einsatz, und auch im Regionalverkehr gibt es nach wie vor erhebliche Einschränkungen, die regional unterschiedlich ausfallen. Selbst das Unternehmen Transdev, das Regionalbahnen in verschiedenen Teilen Deutschlands betreibt, ist von den Streiks betroffen. Trotz dieser Beeinträchtigungen scheint sich die Lage für die Fahrgäste allmählich zu normalisieren, da es laut Bahn-Sprecherin Anja Bröker keine langen Schlangen oder überfüllten Züge mehr gibt.

Ein wichtiger Aspekt des Konflikts ist das Tarifeinheitsgesetz, das besagt, dass innerhalb eines Betriebs nur ein Tarifvertrag gültig ist. Normalerweise würde dieses Gesetz bedeuten, dass der Tarifvertrag der EVG für die meisten Angestellten der Bahn gilt. Allerdings erlaubt das Gesetz Gewerkschaften nicht, Verhandlungen oder Streiks zu verbieten, solange sie Mitglieder im Betrieb haben. Das Streikrecht ist in Deutschland ein Grundrecht, und die GDL hat trotz ihrer vergleichsweise geringen Mitgliederzahl von etwa 40.000 immer noch das Recht zu streiken.

Die Besonderheit bei der Deutschen Bahn liegt darin, dass die Tarifverträge auf Betriebsebene gelten. Obwohl die EVG auf Konzernebene die größte Gewerkschaft ist, verhandelt die GDL in 18 Betrieben, darunter für die Lokführer. Aufgrund dieser speziellen Konzernstruktur profitiert die Deutsche Bahn nicht wirklich vom Tarifeinheitsgesetz, das eigentlich darauf abzielte, die Tariflandschaft zu vereinfachen. Tatsächlich hat das Gesetz den Wettbewerb zwischen den Gewerkschaften bei der Bahn eher verstärkt, da Arbeitskämpfe für die Gewerkschaften ein Mittel sind, um Mitglieder zu gewinnen oder zu halten.

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