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GDL erklärt Tarifverhandlungen mit Deutscher Bahn für gescheitert

Arbeitszeitkürzung und unbefristete Streiks: Die Hintergründe des eskalierenden Tarifkonflikts bei der DB

GDL erklärt Tarifverhandlungen mit Deutscher Bahn für gescheitert

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat nach nur zwei Tarifrunden die Verhandlungen mit der Deutschen Bahn (DB) für gescheitert erklärt. Gewerkschaftschef Claus Weselsky kündigte an, dass neue Warnstreiks bevorstehen, ohne jedoch einen genauen Zeitpunkt zu nennen.

Der Hauptstreitpunkt in den Tarifverhandlungen liegt in der Forderung der GDL nach einer Reduzierung der Arbeitszeit für Schichtarbeiter von 38 auf 35 Stunden pro Woche bei vollem Lohnausgleich. Dieser Vorschlag wurde von DB-Personalvorstand Martin Seiler als unerfüllbar bezeichnet, insbesondere aufgrund des Fachkräftemangels in der Branche. Zusätzlich zur Arbeitszeitverkürzung verlangt die Gewerkschaft eine monatliche Gehaltserhöhung von 555 Euro sowie eine Prämie zur Inflationsausgleich bei einer Tariflaufzeit von einem Jahr.

In der ersten Verhandlungsrunde hatte die Bahn ein Angebot vorgelegt, das eine Entgelterhöhung von elf Prozent bei einer Laufzeit von 32 Monaten vorsah. Trotz dieses Angebots entschied sich die GDL für den Abbruch der Gespräche.

Die Bahn äußerte ihr Unverständnis über das Scheitern der Verhandlungen und appellierte an die Gewerkschaft, zumindest über die Weihnachtszeit hinweg auf Streiks zu verzichten, um den Reisenden Sicherheit zu bieten. DB-Personalvorstand Seiler betonte, dass die Verhandlungen in sachlicher Atmosphäre abgehalten wurden, obwohl GDL-Chef Weselsky zu diesem Zeitpunkt nicht anwesend war.

Der Tarifkonflikt hat bereits einmal zu Streiks geführt, bei denen mehr als 80 Prozent der geplanten Fernverkehrsfahrten ausfielen. Im Regionalverkehr waren die Auswirkungen in einigen Bundesländern noch gravierender.

Zusätzlich zur Ankündigung weiterer Streiks läuft derzeit eine Urabstimmung unter den GDL-Mitgliedern über unbefristete Arbeitskämpfe. Das Ergebnis wird Ende Dezember erwartet. Wenn 75 Prozent der Abstimmungsteilnehmer für unbefristete Streiks stimmen, könnte die GDL dieses Druckmittel im Tarifstreit einsetzen. Die anhaltende Auseinandersetzung zwischen der Gewerkschaft und der Deutschen Bahn wirft weiterhin Fragen über die Zukunft der Tarifverhandlungen auf.

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