GCAP-Kampfjet: Italien und Japan bestätigen Zeitplan trotz britischer Probleme
Meloni und Takaichi bekräftigen das trilaterale Rüstungsprojekt mit Großbritannien – trotz finanzieller Verzögerungen in London.

Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und die japanische Regierungschefin Sanae Takaichi haben bekräftigt, dass das trilaterale Kampfflugzeugprogramm mit Großbritannien weiterhin im Zeitplan liegt. Meloni erklärte am Montag, das Joint Venture sei „nun endlich in seine operative Phase eingetreten". Takaichi betonte Japans starkes Engagement und kündigte an, die Länder würden „weiterhin zusammenarbeiten, um das GCAP-Projekt zu beschleunigen".
Das Global Combat Air Programme (GCAP) verfolgt das Ziel, bis zum Jahr 2035 ein Kampfflugzeug der nächsten Generation zu entwickeln. Das Projekt steht jedoch unter Druck: Finanzielle Verzögerungen auf britischer Seite haben zuletzt für Unsicherheit gesorgt. Besondere Aufmerksamkeit erhielt das Thema vergangene Woche durch den Rücktritt des britischen Verteidigungsministers John Healey.
Starmer bekennt sich zum Projekt
Trotz der Turbulenzen in London zeigte sich auch der britische Premierminister Keir Starmer vorsichtig optimistisch. Bei einem Treffen mit Takaichi am Sonntag erklärte er: „Heute können wir unser tiefes Engagement in Bezug auf GCAP erneut bestätigen." Takaichi sagte, sie habe von Starmer „Gutes" über das Projekt gehört, ohne dabei auf Einzelheiten einzugehen.
Die Treffen fanden in Rom statt, im Vorfeld des für diese Woche geplanten G7-Gipfels in Evian, Frankreich. Die diplomatische Aktivität rund um GCAP unterstreicht die strategische Bedeutung des Programms für alle drei Nationen.
Zeitdruck für Japan besonders hoch
Japan steht unter besonderem Zeitdruck: Das Land plant, seine derzeitigen F-2-Kampfflugzeuge ab 2035 außer Dienst zu stellen. Italien und Großbritannien hingegen beabsichtigen, ihre bestehenden Jets bis etwa 2040 weiterzubetreiben – was den Handlungsdruck für Tokio deutlich erhöht.
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Zur AktienanalyseDie drei Partnerländer prüfen derzeit, ob weitere Mitglieder in die Partnerschaft aufgenommen werden sollen. Eine Erweiterung des Konsortiums könnte die finanzielle Belastung für jedes einzelne Land reduzieren, würde aber voraussichtlich den Entwicklungszeitplan verlängern – ein Zielkonflikt, der angesichts Japans enger Frist besonders heikel ist.
GCAP gilt als eines der ambitioniertesten Rüstungskooperationsprojekte der westlichen Welt. Das Programm soll die Kampfluftkapazitäten der drei Nationen langfristig sichern und ist Teil einer breiteren Strategie zur Stärkung der Verteidigungskooperation zwischen Europa und dem Indo-Pazifik. Für Deutschland und andere NATO-Partner ist die Entwicklung des Projekts auch mit Blick auf die europäische Verteidigungsarchitektur von Interesse.


