Gazprom meldet stabile Finanzlage trotz Rückgangs
Nach Milliardenverlust 2023 betont Konzernchef Miller die Anpassung an neue Märkte

Die finanzielle Lage des russischen Energiekonzerns Gazprom ist nach Angaben von Vorstandschef Alexei Miller stabil. In einem Interview mit dem staatlichen Fernsehen erklärte Miller, dass das Unternehmen trotz der schwierigen Marktlage seine wirtschaftliche Position gefestigt habe. Gazprom ist der größte Erdgasproduzent Russlands und zählt zu den zentralen Akteuren der weltweiten Energiebranche.
Im vergangenen Jahr hatte der Konzern einen Verlust von rund sieben Milliarden US-Dollar verbucht – den ersten seit 1999. Ursache war ein deutlicher Rückgang der Gasexporte nach Europa, die über Jahrzehnte den größten Anteil am Geschäft von Gazprom ausgemacht hatten. Die Absatzmengen auf dem europäischen Markt brachen in Folge der politischen Spannungen und wirtschaftlichen Sanktionen erheblich ein.
Nach offiziellen Angaben deckt russisches Erdgas inzwischen nur noch etwa 18 Prozent der europäischen Importe. Im Jahr 2021 hatte dieser Anteil noch bei rund 45 Prozent gelegen. Auch bei den Öllieferungen zeigt sich ein ähnlicher Trend: Während russisches Öl vor vier Jahren etwa 30 Prozent der europäischen Einfuhren ausmachte, liegt der Anteil inzwischen nur noch bei rund 3 Prozent.
Der Einbruch auf dem europäischen Markt zwang Gazprom dazu, seine Absatzstrategie neu auszurichten. Der Konzern bemüht sich seitdem verstärkt um den Ausbau seiner Geschäfte in Asien, insbesondere in China, wo langfristige Lieferverträge den Rückgang in Europa teilweise ausgleichen sollen. Dennoch bleibt der europäische Markt für Gazprom von hoher wirtschaftlicher Bedeutung, da die Infrastruktur und die bestehenden Pipelines über Jahrzehnte auf diesen Absatzraum ausgerichtet waren.
Miller betonte, dass Gazprom trotz der Verluste über eine solide finanzielle Basis verfüge. Das Unternehmen habe seine Investitionsprogramme fortgesetzt und die Versorgungssicherheit im Inland gewährleistet. Zudem arbeite man daran, die Produktion und den Export an veränderte Marktbedingungen anzupassen. Beobachter sehen darin den Versuch, Vertrauen in die Stabilität des Konzerns zu vermitteln, nachdem die Energiebeziehungen zwischen Russland und Europa in den vergangenen Jahren stark belastet worden sind.
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Zur AktienanalyseDie Erklärung des Gazprom-Chefs erfolgte im Rahmen des Internationalen Gasforums in Sankt Petersburg, auf dem Vertreter der Branche über die Zukunft des globalen Energiemarkts beraten. Das Treffen gilt als wichtiges Forum für die Präsentation der russischen Energiepolitik und als Plattform für wirtschaftliche Gespräche zwischen staatlichen und privaten Akteuren.


