Gazprom kritisiert Moldaus Lizenzentzug für Gasvertrieb
Russischer Konzern warnt vor Versorgungsrisiken und spricht von politisch motivierten Entscheidungen

Russlands Energiekonzern Gazprom hat scharfe Kritik an der Entscheidung der moldauischen Energiebehörde geübt, die Gas-Vertriebslizenz seines Tochterunternehmens Moldovagaz zu entziehen. Der russische Staatskonzern bezeichnete den Schritt als schädlich für seine lokale Beteiligung und als Gefahr für die Energiesicherheit Moldaus. Nach Angaben der Nationalen Agentur für Energie-Regulierung soll der Gasvertrieb an rund 800.000 Verbraucher ab dem 1. September vom staatlichen Unternehmen Energocom übernommen werden.
Moldovagaz, an dem Gazprom mit 50 Prozent beteiligt ist, verliert damit seine bisherige Rolle im moldauischen Gasmarkt. Hintergrund des Konflikts ist ein Streit über angebliche Schulden für frühere Gaslieferungen. Gazprom wirft Moldau vor, Rückstände in Höhe von mindestens 709 Millionen US-Dollar nicht beglichen zu haben, die vor allem aus staatlich kontrollierten Industrien stammen sollen. Die Regierung in Chișinău bestreitet dies jedoch mit Verweis auf durchgeführte Prüfungen und beruft sich darauf, dass keine offenen Forderungen bestünden.
Der Streit hatte bereits Anfang des Jahres zur Einstellung der Gaslieferungen geführt. Die Versorgung in Transnistrien, einer pro-russischen Separatistenregion an der Grenze zur Ukraine, war daraufhin wochenlang unterbrochen. Gazprom erklärte in einer Mitteilung, man habe Moldau wiederholt Vorschläge zur Klärung der Schuldenthematik unterbreitet, doch seien keine Fortschritte erzielt worden. Die russische Seite warf der moldauischen Regierung vor, eine Reihe von Maßnahmen ergriffen zu haben, die letztlich auf eine Zerschlagung von Moldovagaz hinausliefen und mit einem deutlichen Anstieg der Gaspreise sowie einem Rückgang der Energiesicherheit einhergingen.
Moldau hingegen begründet den Entzug der Lizenz unter anderem mit dem Verhalten von Gazprom. So verlange der Konzern die Begleichung von Schulden, deren Existenz nicht anerkannt werde, und habe sich geweigert, EU-Vorgaben zur Trennung von Transport und Versorgung umzusetzen. Die pro-europäische Regierung des Landes strebt bis 2030 den EU-Beitritt an und bemüht sich aktiv, die Abhängigkeit von russischem Gas zu verringern. Bereits in der Vergangenheit wurden alternative Lieferverträge mit europäischen Anbietern geschlossen.
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Zur AktienanalyseDer Vorsitzende von Moldovagaz, Vadim Ceban, erklärte, es handele sich bei dem Konflikt um eine politische Auseinandersetzung, auf die das Unternehmen selbst keinen Einfluss habe. Gazprom kündigte an, seine Rechte und Interessen weiterhin mit allen verfügbaren Mitteln zu verteidigen.


