Gazprom erwartet deutlich höheren Kerngewinn
Investitionen sinken, Gaserlöse und China-Geschäft sollen 2026 zulegen

Der russische Energiekonzern Gazprom geht davon aus, dass sich sein operatives Ergebnis im Jahr 2026 deutlich verbessern wird. Nach Angaben des Unternehmens soll das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen auf rund 3 Billionen Rubel steigen, was umgerechnet etwa 38 Milliarden US-Dollar entspricht. Dies würde einem Zuwachs von ungefähr sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr entsprechen. Für das laufende Jahr 2025 rechnet Gazprom mit einem EBITDA von etwa 2,8 Billionen Rubel.
Der Konzern teilte außerdem mit, dass der Vorstand das bereits im Oktober vom Management vorgeschlagene Investitionsprogramm für 2026 genehmigt hat. Das Investitionsvolumen soll sich auf 1,1 Billionen Rubel belaufen und damit unter dem für das Jahr 2025 zuletzt angepassten Wert von 1,615 Billionen Rubel liegen. Diese geringere Investitionssumme spiegelt eine vorsichtigere Planung wider, während gleichzeitig zentrale Projekte weiterverfolgt werden.
Nach Angaben von Famil Sadygov, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Unternehmens, sieht der Haushaltsplan für 2026 einen Anstieg der Einnahmen aus dem Gasverkauf um acht Prozent vor. In einer Mitteilung über den offiziellen Telegram-Kanal von Gazprom bezeichnete er die erwartete Steigerung des EBITDA als konservative Schätzung. Diese Annahme beruhe auf einer erwarteten Verbesserung der Geschäfte sowohl im Erdgas- als auch im Ölsegment.
Die geplanten Investitionen sollen sich im kommenden Jahr vor allem auf die Weiterentwicklung der Gasförderzentren im Osten Russlands sowie auf der Jamal-Halbinsel konzentrieren. Ziel ist es, die Versorgung der Haushalte mit Gas zu sichern und zugleich die Transportkapazitäten der Pipeline Power of Siberia 1 in Richtung China weiter auszubauen. Dieses Projekt spielt eine zentrale Rolle in der strategischen Ausrichtung Gazproms auf asiatische Absatzmärkte.
Im Rahmen eines Besuchs des russischen Präsidenten Wladimir Putin in China im September vereinbarten beide Länder, das jährliche Transportvolumen über diese Pipeline um weitere sechs Milliarden Kubikmeter auf insgesamt 44 Milliarden Kubikmeter zu erhöhen. Diese Vereinbarung unterstreicht die wachsende Bedeutung der Energiekooperation zwischen Moskau und Peking.
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Zur AktienanalyseNicht erwähnt wurde hingegen die geplante Pipeline Power of Siberia-2. Zwar hatten Russland und China im September auch ihre grundsätzliche Zustimmung zu diesem Projekt signalisiert, das künftig bis zu 50 Milliarden Kubikmeter russisches Gas pro Jahr über die Mongolei nach China liefern könnte. Der zentrale Streitpunkt, insbesondere der Preis für das russische Gas, gilt jedoch weiterhin als ungelöst.

