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Gasspeicher geraten unter Druck

Hohe Preise, negative Spreads und rigide Vorgaben verschärfen die Versorgungslage.

Gasspeicher geraten unter Druck

Die Gasspeicher in Deutschland leeren sich seit Jahresbeginn schneller als erwartet. Mitte Februar beträgt der Speicherstand nur noch 43 Prozent, während er im Vorjahr zu diesem Zeitpunkt bei 71 Prozent lag. Sebastian Heinermann von der Initiative Energien Speichern (INES) bezeichnet die Entwicklung der Füllstände als Extremszenario. Für den laufenden Winter seien die Vorräte ausreichend, jedoch könnten sich für den kommenden Winter Probleme ergeben, wenn sich die Situation nicht bald ändere.

Als Hauptursache für die rasche Entleerung gelten weniger die kalten Temperaturen als vielmehr die hohen Gaspreise. An der Energiebörse EEX liegt der Preis aktuell bei 52 Euro pro Megawattstunde. Die hohen Preise veranlassen Händler dazu, Gas zu verkaufen, anstatt die Speicher aufzufüllen. Zudem ist der Preis für Gaslieferungen in der Sommerperiode höher als der für die Winterperiode, was zu einem sogenannten negativen Spread führt. Für den Zeitraum April bis September kostet Gas derzeit rund 52 Euro, während es für die Winterperiode ab Oktober nur 49 Euro kostet.

Die gesetzlichen Vorgaben sehen vor, dass die Gasspeicher bis zum 1. Oktober zu 80 Prozent und bis zum 1. November zu 90 Prozent gefüllt sein müssen. Branchenvertreter wie der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) halten diese Füllstandsvorgaben für einen Fehlanreiz, der die Preise nach oben treibe. Hintergrund ist die Erwartung, dass im Ernstfall die Trading Hub Europe (THE), der Marktgebietsverantwortliche für den deutschen Gasmarkt, wie 2022 wieder einspringt und Gas zu jedem Preis kauft. Dies könnte Spekulationen und Preissteigerungen begünstigen.

Die Trading Hub Europe wurde nach der Gaskrise 2022 damit beauftragt, die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Damals wurden 15 Milliarden Euro bewilligt, um Gasspeicher unabhängig vom Preis zu füllen. Die Kosten werden bis 2027 über eine Umlage auf die Verbraucher verteilt. In den letzten beiden Jahren musste THE nicht aktiv eingreifen. Aufgrund der aktuellen Preisentwicklung wird jedoch befürchtet, dass die Speicherziele ohne staatliches Eingreifen nicht erreicht werden.

Um dem entgegenzuwirken, arbeitet THE an einem Subventionsmodell, das Händlern einen Mindestspread zwischen Einkaufs- und Verkaufspreis garantieren soll. Diese Maßnahme soll Anreize für die Einspeicherung schaffen. Die Umsetzung des Instruments hängt jedoch von der Genehmigung des Bundeswirtschaftsministeriums und der Bundesnetzagentur ab. Alternativ fordern Vertreter wie der BDEW und Energieökonomen mehr Flexibilität bei den Speicherzielen. Das Bundeswirtschaftsministerium unterstützt eine Lockerung der Vorgaben, weist jedoch darauf hin, dass es sich um europäisches Recht handelt. Die Europäische Kommission signalisiere zwar Gesprächsbereitschaft, konkrete Änderungen stehen aber noch aus.

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