Gaspreise explodieren nach Schließung von Israels Tamar-Gasfeld
Maßnahme löst Kettenreaktion aus, die zu erhöhten Gaspreisen in Europa führt

Die Gaspreise erlebten am Dienstag einen dramatischen Anstieg, als Israel das wichtige Tamar-Offshore-Gasfeld schloss, was zu einem Anstieg von über 28 Prozent beim Terminkontrakt TTF zur Auslieferung in einem Monat führte. Dieser Preisanstieg war der höchste seit Ende März. Israel hatte den US-Energiekonzern Chevron aus Sicherheitsbedenken angewiesen, die Tamar-Offshore-Gasplattform vorübergehend zu schließen, was die Gaslieferungen aus dem Gebiet gefährdet. Dieses Ereignis hat nicht nur lokale Auswirkungen, sondern beeinflusst auch den europäischen Gasmarkt.
Israel hatte sich in den letzten Jahren als aufstrebender regionaler Energielieferant etabliert, indem es Gasfelder im Mittelmeer erschloss. Der Krieg im Nahen Osten gefährdet nun diese Pläne, und die geopolitische Unsicherheit kann sich auf die Energieversorgung auswirken. Israel plante Exporte von Gas nach Ägypten, was wiederum Ägypten ermöglichte, verflüssigtes Erdgas (LNG) in erheblichen Mengen nach Europa zu exportieren. Nun sind die Importe von israelischem Gas nach Ägypten um etwa 20 Prozent gesunken, und dies könnte die LNG-Exporte nach Europa beeinträchtigen.
Neben der Schließung des Tamar-Gasfelds beeinträchtigt auch ein Leck in einer Gaspipeline in der Ostsee zwischen Finnland und Estland die Gasversorgung. Dies könnte die LNG-Lieferungen an das Baltikum behindern, das stark auf LNG angewiesen ist. Eine mögliche Sabotage wird in Betracht gezogen, was die Anfälligkeit der Unterwasserinfrastruktur unterstreicht. Ähnliche Vorfälle ereigneten sich bereits in der Vergangenheit, als Unterwasser-Gaspipelines beschädigt wurden.
Zusätzlich zu diesen Problemen drohen Arbeitsniederlegungen in Australien, da Arbeiter in zwei großen LNG-Projekten des US-Energiekonzerns Chevron streiken wollen. Solche Streiks könnten die Produktion beeinträchtigen und den weltweiten Gasmarkt weiter belasten. Australien beliefert hauptsächlich den asiatischen Markt mit LNG, aber bei anhaltenden Unterbrechungen könnten sich asiatische Märkte an amerikanisches Flüssiggas wenden, was wiederum den europäischen Markt beeinflussen könnte.
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Zur AktienanalyseObwohl die Gaspreise steigen und die Versorgung gefährdet ist, argumentieren Experten, dass die europäischen Gasspeicher immer noch gut gefüllt sind und einen Puffer bieten sollten. Die europäischen Gasspeicher waren Ende September zu 95 Prozent ausgelastet, was über dem Fünfjahresschnitt liegt. Dennoch wird erwartet, dass die Preise bis zum Jahresende weiter steigen könnten. Die zukünftige Preisentwicklung hängt jedoch von Faktoren wie der Wetterlage während der Heizsaison ab, und die Internationale Energieagentur warnt vor anhaltender Unsicherheit auf dem Gasmarkt.


