Gasindustrie kritisiert Oppositionspläne zur Marktregulierung
Unternehmen warnen vor Investitionsrückgang und anhaltender Versorgungsknappheit in Australien

Internationale Energiekonzerne haben sich gegen den Vorschlag der australischen Oppositionskoalition ausgesprochen, Exportgas verstärkt in den heimischen Markt zu lenken. Sie warnen davor, dass eine solche Maßnahme Investitionen abschrecken und bestehende Versorgungsprobleme nicht lösen würde. Die konservative Liberal-National-Koalition hat diesen Plan im Rahmen ihrer Wahlkampagne vorgestellt, um die Energiepreise zu senken. Die Regierungspartei unter Premierminister Anthony Albanese hatte bereits im Jahr 2022 eine Preisobergrenze für den Gasgroßhandel eingeführt und regulatorische Maßnahmen zur Sicherung der inländischen Energieversorgung ergriffen.
Führende Vertreter von Shell, ExxonMobil und Chevron wiesen bei einer Konferenz in Sydney auf die negativen Auswirkungen eines verstärkten staatlichen Eingriffs in den Energiemarkt hin. Cecile Wake, Vorsitzende von Shell Australia, betonte, dass Exportkontrollen keine Lösung für das Gasversorgungsproblem im Süden des Landes darstellten. Eine solche Maßnahme würde lediglich zu einer Umverteilung führen, ohne die Gesamtmenge an verfügbarem Gas zu erhöhen. Zusätzliche staatliche Eingriffe wie Preisobergrenzen könnten Investitionen hemmen und die bestehende Problematik verschärfen.
Obwohl Australien mehr Gas exportiert, als es verbraucht, befinden sich die größten Reserven im Nordwesten des Landes, während der höchste Bedarf in den südöstlichen Bundesstaaten besteht. Die australische Wettbewerbsbehörde hat darauf hingewiesen, dass diese Regionen bis 2027 von einer Gasknappheit betroffen sein könnten. Der Plan des Oppositionsführers Peter Dutton sieht vor, dass Exporteure an der Ostküste, insbesondere QCLNG und Australia Pacific LNG, 10 bis 20 Prozent ihrer ungebundenen Gasproduktion auf dem inländischen Markt anbieten müssen.
Mark Hatfield, Geschäftsführer von Chevron Australia, verglich Duttons Vorschlag mit dem Gasreservierungsprogramm des Bundesstaates Western Australia. Dort habe Chevron die Möglichkeit gehabt, sich an die Vorgaben anzupassen, bevor langfristige Verträge abgeschlossen wurden. Diese langfristige Planbarkeit unterscheide sich grundlegend von dem aktuellen Vorschlag, der kurzfristige politische Ziele verfolge und langfristige Risiken berge. Energiepolitik sei zu einem politischen Streitpunkt geworden, und kurzfristige Lösungen könnten langfristig negative Folgen haben.
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Zur AktienanalyseDavid Berman, kommerzieller Direktor von ExxonMobil Australia, betonte, dass eine Ausweitung der Produktion der Schlüssel zur Sicherstellung einer stabilen und bezahlbaren Gasversorgung sei. Regulatorische Einschränkungen behinderten die Entwicklung neuer Gasquellen, während die Risiken in der Branche zunehmend durch staatliche Eingriffe und politische Unsicherheiten geprägt würden. Er sprach sich dafür aus, die regulatorischen Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass Investitionen in die Erschließung neuer Ressourcen erleichtert würden.


