Gap und American Eagle brechen ein: Schwache Prognosen belasten Aktien
Beide US-Modehändler verloren am Freitag über 16% – Damenbekleidung und gedämpfte Jahresausblicke schocken Anleger.

Die Aktien von Gap und American Eagle Outfitters sind am frühen Freitagshandel um jeweils mehr als 16% eingebrochen. Auslöser waren schwache Jahresprognosen beider Einzelhändler, die auf einen wachsenden Druck bei den diskretionären Konsumausgaben hindeuten. Für Anleger war der Kursrutsch ein deutliches Signal, dass der US-Modemarkt unter Druck gerät.
Gap, die Muttergesellschaft von Old Navy, senkte ihre Jahresumsatzprognose im Rahmen laufender Sanierungsbemühungen. American Eagle hingegen hielt zwar an seinen Prognosen fest, warnte jedoch ausdrücklich vor kurzfristigen Belastungen bei den Bruttomargen. Beide Unternehmen nannten Schwächen in bestimmten Kategorien der Damenbekleidung als wesentlichen Belastungsfaktor.
Konsumkluft weitet sich aus
Die Ergebnisse spiegeln eine sich vertiefende Spaltung im amerikanischen Konsumverhalten wider. Die durch den Iran-Krieg verursachte Rekordtiefststimmung bei den Verbrauchern zwingt Haushalte mit geringerem Einkommen zu Einsparungen, während einkommensstärkere Käufer weiterhin selektiv konsumbereit bleiben. Diese Zweiteilung des Marktes trifft Modehändler im mittleren Preissegment besonders hart.
Dass es auch anders geht, zeigten Berichte aus derselben Woche: Abercrombie & Fitch sowie Bath & Body Works meldeten starke Quartalsergebnisse. Analysten werten dies als Zeichen, dass amerikanische Konsumenten weiterhin Appetit auf erschwinglichen Luxus haben – sofern die Marke und das Sortiment stimmen.
„Der gedämpfte Ausblick (von Gap) ist enttäuschend vor dem Hintergrund eines, allgemein gesprochen, relativ widerstandsfähigen Konsumklimas im ersten Quartal des Geschäftsjahres", kommentierte Dana Telsey, Analystin bei Telsey Advisory.
Old Navy als entscheidender Schwachpunkt
Bei Gap konzentrierte sich der Druck laut Analysten vor allem auf die Marke Old Navy. Saisonale Damenbekleidung – darunter Kleider – fand bei den Käufern keinen Anklang. Die Analysten von BTIG bezeichneten Old Navy als den „entscheidenden Swing-Faktor" für die Gesamtentwicklung des Konzerns. Einige Marktbeobachter wiesen jedoch darauf hin, dass Gaps Vorstoß in die margenstärkere Beauty-Kategorie dem Unternehmen langfristig zugutekommen könnte.
Auch American Eagle kämpft mit strukturellen Problemen: Die starke Performance der Submarke Aerie konnte die Schwäche der Kernmarke nicht ausgleichen. Das Segment für Damen-Hosen litt unter sich ändernden Modetrends und einem ungewöhnlich kühlen Frühjahr. Um gegenzusteuern, startete das Unternehmen kürzlich eine erneute Marketingkampagne mit der Schauspielerin Sydney Sweeney, um Käufer der Generation Z anzusprechen – ein Jahr nachdem eine virale und kontroverse Anzeige mit Sweeney eine Aktienrallye ausgelöst hatte.
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Zur AktienanalyseAnalysten skeptisch trotz Marketingoffensive
Die Analysten von Barclays warnten jedoch, dass es schwierig sein dürfte, den Erfolg des Vorjahres zu wiederholen, auch wenn im laufenden Quartal erneut mit erhöhten Marketingausgaben zu rechnen sei. Analystin Telsey ergänzte, dass die Marke American Eagle Aerie weiterhin deutlich hinterherhinke, was die Erwartungen an eine rasche Verbesserung dämpfe – trotz der Pläne, das Damensortiment zur Back-to-School-Saison zu überarbeiten.
Aus Bewertungsperspektive wird Gap derzeit mit dem 10,30-fachen der geschätzten Gewinne für die nächsten zwölf Monate gehandelt. American Eagle kommt auf das 9,70-fache, während Abercrombie & Fitch mit dem 7,43-fachen deutlich günstiger bewertet ist – laut Daten von LSEG. Der Druck auf den Modesektor blieb nicht auf die USA beschränkt: Die in Stockholm notierten Aktien von H&M gaben am frühen Freitag ebenfalls um rund 1% nach.


