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Gap-Aktie bricht 15 Prozent ein nach gesenkter Umsatzprognose

Enttäuschende Quartalszahlen und eine deutlich reduzierte Jahresprognose schicken die Gap-Aktie im vorbörslichen Handel auf Talfahrt.

Gap-Aktie bricht 15 Prozent ein nach gesenkter Umsatzprognose

Die Aktie des US-Modehändlers Gap bricht am Freitag im vorbörslichen Handel um 15,1% auf 21,23 US-Dollar ein. Auslöser ist eine Kombination aus schwachen Quartalszahlen und einer deutlich gesenkten Umsatzprognose für das Gesamtjahr, die das Unternehmen am Donnerstag nach Börsenschluss veröffentlicht hatte.

Das Management reduzierte sein Ziel für das unternehmensweite Umsatzwachstum auf eine Spanne von 1% bis 2% – zuvor hatte Gap ein Wachstum von 2% bis 3% in Aussicht gestellt. Besonders besorgniserregend für Anleger: Für das zweite Quartal prognostiziert das Unternehmen einen Umsatz, der im Vergleich zum Vorjahr unverändert bleibt oder sogar um bis zu 1% sinken könnte. Die Wall Street hatte hingegen ein Plus von 2% erwartet.

CEO Richard Dickson räumte offen ein, dass „saisonale Kategorien, insbesondere Kleider, einen schwächeren Start verzeichneten". Er ergänzte, dass das Unternehmen in dieser Kategorie nicht das richtige Verhältnis von Mode und Preis-Leistungs-Verhältnis geliefert habe – ein Trend, der sich auch im zweiten Quartal fortsetze.

Gemischte Quartalsergebnisse – Umsatz verfehlt Erwartungen

Die Ergebnisse für das erste Quartal fielen insgesamt gemischt aus. Der Gewinn je Aktie lag mit 0,38 US-Dollar leicht über den prognostizierten 0,37 US-Dollar. Der Umsatz hingegen blieb mit 3,5 Milliarden US-Dollar hinter den erwarteten 3,53 Milliarden US-Dollar zurück. Anleger reagierten deutlich stärker auf die Umsatzenttäuschung als auf den marginalen Gewinnübertreffer.

Finanzvorständin Katrina O'Connell erklärte, dass die angehobene Gewinnprognose je Aktie auf günstigere Steuersätze und Zinseinnahmen zurückzuführen sei. Zudem erwartet das Unternehmen einen Zollvorteil in Höhe von 80 Millionen US-Dollar, der jedoch bewusst als Reserve zurückgehalten und nicht in die offizielle Prognose eingerechnet wurde.

Besonders kritisch ist die Schwäche bei der Marke Old Navy. Diese erwirtschaftet fast 60% des Gesamtumsatzes von Gap – jeder Druck auf diese Kernmarke belastet damit das gesamte Unternehmen erheblich. Evercore ISI verwies explizit auf verfehlte flächenbereinigte Umsätze bei Old Navy aufgrund von modischen Fehlgriffen bei saisonalen Produkten wie Kleidern, Bademode und Shorts.

Analysten reagieren mit Abstufungen und gesenkten Kurszielen

Die enttäuschende Prognose löste umgehende Reaktionen der Analysten aus. JPMorgan stufte Gap von „Overweight" auf „Neutral" herab und senkte das Kursziel von 35 auf 27 US-Dollar. Evercore ISI folgte mit einer Abstufung von „Outperform" auf „In Line" und einem Kursziel von 20 US-Dollar.

Der Kursrückgang bei Gap ist eindeutig unternehmensspezifisch. Der breitere US-Aktienmarkt zeigte sich am selben Tag freundlich: Der S&P 500 stieg um 0,6%, der Dow Jones um 0,1% und der Nasdaq um 0,9%. Ein allgemeiner Marktdruck kann als Ursache für den Einbruch damit ausgeschlossen werden.

Auch der Branchenkonkurrent American Eagle Outfitters verzeichnete am selben Tag im vorbörslichen Handel deutliche Verluste, nachdem das Unternehmen vor einem Rückgang der Bruttomarge im laufenden Quartal gewarnt hatte. Dies deutet auf eine breitere Nachfrageschwäche im gesamten Bekleidungssektor hin – und nicht nur auf ein Problem einzelner Marken.

Für deutsche Anleger, die Gap-Aktien im Depot halten oder beobachten, bleibt die Situation angespannt. Der Ausverkauf signalisiert, dass das Management vorsichtigere Annahmen bezüglich der Nachfrage trifft – selbst wenn sich die Gewinnprognosen kurzfristig verbesserten. Die Investoren konzentrieren sich klar auf die Umsatzherabstufung als das entscheidende Signal für die operative Stärke des Unternehmens.

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