Gamescom 2024: Impulse für die Gaming-Aktienmärkte
Technologische Trends und verzögerte Releases beeinflussen die Kursentwicklungen führender Spieleunternehmen

Die Gamescom, die weltweit größte Messe für Computer- und Videospiele, findet in Köln statt und zieht auch in diesem Jahr Hunderttausende von Gaming-Fans an. Mit rund 1300 Ausstellern ist die Messe ein bedeutendes Ereignis für die Branche. Der Analyst Nedko Geshev von Activtrades betont, dass die Gamescom trotz ihrer bereits eingepreisten Bedeutung an der Börse weiterhin Einfluss auf Gaming-Aktien haben könnte. Insbesondere neu angekündigte Veröffentlichungstermine, technologische Fortschritte oder Entwicklungen im Bereich Cloud-Gaming könnten zu Kursbewegungen führen.
Die Gaming-Branche wächst kontinuierlich. 2023 erzielte sie weltweit einen Umsatz von 183 Milliarden US-Dollar, mit einer erwarteten jährlichen Wachstumsrate von 3,1 Prozent bis 2027, was einem Umsatz von 213 Milliarden US-Dollar entsprechen würde. Ein zentrales Thema dabei ist Künstliche Intelligenz, die nicht nur in der Spieleentwicklung, sondern auch in der Vermarktung und der Spielerfahrung eine zunehmend wichtige Rolle spielt. Ein weiterer relevanter Trend ist das Cloud-Gaming, bei dem Videospiele in Echtzeit auf verschiedene Endgeräte gestreamt werden, was Speicherplatz und Zeit für Downloads minimiert.
An der Börse gelten Gaming-Aktien als besonders spekulativ. Die hohen Bewertungen dieser Titel basieren oft auf enormen Erwartungen, sodass selbst kleine Nachrichten, wie die Verzögerung eines Spiele-Releases, zu starken Kursreaktionen führen können. Ein Beispiel hierfür ist die Aktie von Take Two Interactive. Das Unternehmen, bekannt für Spiele wie Grand Theft Auto und Red Dead Redemption, erlebte einen Kurssturz, als im Frühjahr 2024 bekannt wurde, dass sich der Release von Grand Theft Auto VI verzögern könnte. Dennoch bleibt die Aktie mit einem prognostizierten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 59 für das Geschäftsjahr 2025 hoch bewertet, und Analysten empfehlen sie weiterhin zum Kauf.
Activ-Trades-Analyst Geshev sieht jedoch auch Potenzial in bewährten Titeln wie den Konsolenherstellern Nintendo, Sony und Microsoft. Besonders Nintendo steht im Fokus, da Gerüchte über die baldige Vorstellung einer neuen Konsole, der Nintendo Switch 2, kursieren. Auf der Gamescom wird diese jedoch nicht erwartet, da Nintendo in diesem Jahr nicht auf der Messe vertreten ist. Sony und Microsoft sind mit ihren Konsolen PlayStation und Xbox ebenfalls im Markt stark positioniert, wobei Sony mit einem prognostizierten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 15 günstiger bewertet ist als Nintendo mit 26.
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Zur AktienanalyseEin weiterer großer Player auf der Gamescom ist der chinesische Technologiekonzern Netease, der für seine Online-Rollenspiele bekannt ist. Netease plant, auf der Opening Night der Messe zwei neue Spiele vorzustellen. Trotz dieser Expansion bleibt Netease eine riskante Aktie, insbesondere aufgrund von Regulierungsplänen der chinesischen Regierung, die zu Jahresbeginn Kursverluste verursachten. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 14 ist die Aktie im Vergleich moderat bewertet.

