Galeria setzt wieder auf Payback-Programm
Die Warenhauskette erhofft sich mehr Kundentreue und Entlastung in schwieriger Lage

Kunden von Galeria können künftig wieder Payback-Punkte sammeln. Ab Oktober wird das Bonusprogramm in allen Filialen der Warenhauskette sowie im Onlineshop eingeführt. Die Rückkehr zu Payback soll die Kundenfrequenz steigern und dem Unternehmen in einer wirtschaftlich schwierigen Lage zusätzlichen Schub geben. Bereits im Jahr 2000 gehörte der damalige Kaufhof zu den Gründungsmitgliedern des branchenübergreifenden Programms unter dem Dach des Metro-Konzerns.
Galeria hat nach eigenen Angaben 83 Filialen und zieht jährlich rund 185 Millionen Besucher an. Dennoch steckt die Kette in einer angespannten Situation. Anfang 2024 musste sie zum dritten Mal innerhalb von vier Jahren Insolvenz anmelden, zahlreiche Häuser wurden geschlossen. Seit etwa einem Jahr gehört Galeria der US-Investmentgesellschaft NRDC und einer Beteiligungsfirma des Unternehmers Bernd Beetz. Der stationäre Handel steht insgesamt unter Druck, weil viele Verbraucher ihre Ausgaben zurückfahren. Der Handelsverband Deutschland rechnet für 2025 mit stagnierenden Umsätzen im Einzelhandel.
Handelsexperten sehen in der Kooperation mit Payback eine Chance, verlorenes Terrain zurückzugewinnen. Payback verfügt über 35 Millionen registrierte Nutzer und mehr als 700 Partnerunternehmen, darunter Alnatura, Amazon, Aral, dm und Otto. Zu Jahresbeginn traten auch Edeka, Netto und die Sparkassen dem Netzwerk bei. Andere Händler wie Rewe, Penny und Lidl haben sich hingegen entschieden, eigene Bonusprogramme aufzubauen. Im Lebensmittelhandel haben solche Eigenlösungen Vorteile, weil Kunden mehrmals pro Woche einkaufen. Im Warenhausgeschäft hingegen sind branchenübergreifende Programme wie Payback oft attraktiver, da die Einkaufsfrequenz geringer ist.
Die Teilnahme an Payback hat jedoch auch Nachteile für Partnerunternehmen. Sie müssen für die Kooperation zahlen und erhalten keinen direkten Zugriff auf die gesammelten Kundendaten. Sonderauswertungen müssen separat gekauft werden. Für Verbraucher spielt dieser Aspekt meist eine untergeordnete Rolle. Laut dem Stuttgarter Marktforscher Arnd Engeln üben Bonusprogramme eine emotionale Anziehungskraft aus. Das Punktesammeln wecke den Spieltrieb, das Wachsen des Punktekontos motiviere viele Nutzer zusätzlich. Zudem vermittelten Mitgliedschaften ein Gefühl von Zugehörigkeit, das Kunden an Händler bindet.
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Zur AktienanalyseVerbraucherschützer kritisieren die Programme regelmäßig, weil sie mit der Preisgabe persönlicher Daten verbunden sind. Ein Verfahren gegen Lidl vor dem Oberlandesgericht Stuttgart befasste sich mit genau diesem Thema. Die Verbraucherzentralen warfen dem Unternehmen vor, unzureichend über die Datennutzung in seiner App informiert zu haben. Die Klage wurde jedoch abgewiesen, der Fall könnte noch vor dem Bundesgerichtshof verhandelt werden. Die Entscheidung gilt als richtungsweisend für künftige Bonus- und Rabattsysteme.


