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Galeria-Krise verschärft sich: Filialschließungen drohen

Die Warenhauskette Galeria steckt in ernsten Schwierigkeiten. Nach schwachem Weihnachtsgeschäft und rückläufigen Januarzahlen warnt der Betriebsrat vor fehlender Strategie. Erste Standorte könnten schließen.

Galeria-Krise verschärft sich: Filialschließungen drohen

Die Lage bei der deutschen Warenhauskette Galeria spitzt sich dramatisch zu. Der Gesamtbetriebsrat schlägt in einem internen Schreiben Alarm und spricht von einem "durchwachsenen Weihnachtsgeschäft". Die Diagnose fällt vernichtend aus: Sinkende Umsätze, ausbleibende Kunden und eine nicht erkennbare strategische Ausrichtung prägen das Bild.

Januarzahlen verschärfen die Krise

Auch der Jahresstart brachte keine Besserung. Insider berichten von weiter stark rückläufigen Umsätzen und Bruttogewinnen in der ersten Januarhälfte. Als Gründe nennt das Unternehmen neben hausgemachten Problemen auch die Wetterbedingungen. Das Eis- und Schneechaos in Norddeutschland hielt viele Kunden vom Einkaufen ab. Eine offizielle Stellungnahme zur Geschäftsentwicklung lehnte eine Galeria-Sprecherin ab.

Betriebsrat fordert Sofortmaßnahmen

Die Arbeitnehmervertreter drängen auf "kurzfristige Maßnahmen zur Umsatz- und Ertragssicherung", die sofort entwickelt und umgesetzt werden müssten. Statt weiter am Personal zu sparen, brauche es echte strategische Impulse. Die Forderung zeigt die Dringlichkeit der Situation.

Exit-Liste mit prominenten Standorten

Besonders brisant: Intern kursiert eine Exit-Liste mit gefährdeten Filialen. Darauf stehen sollen die Flaggschifffiliale in der Kölner Hohe Straße und der Münchner Standort am Rotkreuzplatz. Ob und wann diese tatsächlich schließen, bleibt unklar. Das Unternehmen schweigt auch zu diesem Thema.

Mehrere sogenannte "Kurzläufer-Filialen" mit auslaufenden Mietverträgen gelten als besonders gefährdet. Bei der Münchner Filiale am Rotkreuzplatz könnte der Vermieter den Vertrag nicht verlängern und das Gebäude umbauen wollen. In Köln wären Investitionen in Millionenhöhe nötig – Mittel, die das Management möglicherweise weder hat noch bereitstellen will.

Streit um Ausschüttungen an Gesellschafter

Zusätzlichen Unmut erzeugt ein Bericht der "Lebensmittelzeitung", wonach die Gesellschafter Ausschüttungen in Millionenhöhe prüfen. Der Betriebsrat reagiert empört: "Unsere Erwartung ist, dass die Anteilseigner Geld in das Unternehmen investieren, anstatt mit dem Gedanken zu spielen, Mittel zu entnehmen."

Die Investmentgesellschaft NRDC der US-Familie Baker und der deutsche Unternehmer Bernd Beetz hatten Galeria 2024 aus der Insolvenz übernommen. Beetz hatte im Dezember noch dementiert, dass Dividenden gezahlt werden könnten. Eine aktuelle Stellungnahme zu Finanzfragen lehnte das Unternehmen ab.

Vom Optimismus zur Führungskrise

Noch im Herbst hatte das Management Erfolge verkündet. Erstmals seit über zehn Jahren schrieb die Kette wieder einen operativen Gewinn. Alle 83 Filialen hätten schwarze Zahlen geschrieben, hieß es zum Ende des Geschäftsjahres im September. Der damalige Finanzchef Christian Sailer sprach von einem stabilen Geschäftsmodell.

Inzwischen wurde Sailer als Geschäftsführer abberufen – ohne Angabe von Gründen. Bereits Ende April war CEO Oliver van den Bossche entlassen worden. Die Führungskrise verschärft die ohnehin angespannte Situation zusätzlich.

Ausblick bleibt düster

Miteigentümer Beetz hatte kurz vor Sailers Abberufung noch sein "großes Vertrauen" in das Management betont und erklärt: "Wo das nicht der Fall ist, müssen wir Konsequenzen ziehen." Diese Konsequenzen scheinen nun zu folgen – allerdings in Form von möglichen Filialschließungen statt strategischer Neuausrichtung. Für die rund 12.000 Mitarbeiter und die deutsche Handelslandschaft sind das beunruhigende Signale.

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