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GAESA: Kubas mächtiges Militärkonglomerat im Fokus der USA

US-Außenminister Rubio macht das kubanische Militärkonglomerat GAESA für die wirtschaftliche Misere der Insel verantwortlich.

GAESA: Kubas mächtiges Militärkonglomerat im Fokus der USA

US-Außenminister Marco Rubio hat das kubanische Militärkonglomerat GAESA ins Zentrum seiner Kritik an der Führung in Havanna gerückt. In einer spanischsprachigen Videobotschaft an das kubanische Volk erwähnte der kubanisch-amerikanische Politiker die GAESA gleich achtmal innerhalb von fünf Minuten. „Kuba wird von der GAESA kontrolliert", sagte Rubio. „Ein ‚Staat im Staate', der niemandem gegenüber rechenschaftspflichtig ist und die Gewinne aus seinen Geschäften zum Vorteil einer kleinen Elite hortet."

GAESA steht für Grupo de Administración Empresarial – auf Deutsch: „Unternehmensverwaltungsgruppe". Es handelt sich um ein weit verzweigtes Konglomerat aus militärisch geführten Unternehmen, das weithin als das profitabelste und effizienteste der Insel gilt. Die streng kontrollierte Dachgesellschaft wurde in den 1990er Jahren vom damaligen Verteidigungsminister Raúl Castro gegründet und wird von den Revolutionären Streitkräften Kubas kontrolliert.

Was die GAESA kontrolliert

Das Konglomerat hält eine bemerkenswert breite Palette strategischer Wirtschaftsbereiche in seinen Händen. Dazu gehören:

  • Viele der Fünf-Sterne-Hotels der Karibikinsel
  • Der größte Hafen Kubas in Mariel
  • Die wichtigste Geschäftsbank des Landes
  • Eine Vielzahl von Supermärkten, Tankstellen und Überweisungsdiensten

Das wohl sichtbarste Symbol der GAESA-Macht ist der sogenannte Torre K – ein 42-stöckiges Gebäude, das höchste der Insel, in dem das Fünf-Sterne-Hotel Iberostar Selection La Habana untergebracht ist. Der Bau wurde 2025 fertiggestellt – ausgerechnet zu einer Zeit, als der Tourismus in Kuba kriselte. Der Turm und das Hotel stehen derzeit ungenutzt und leer.

Luis Alberto Rodríguez López-Calleja, der ehemalige Schwiegersohn von Raúl Castro, leitete die GAESA bis zu seinem Tod im Jahr 2022. Seine Nachfolgerin, Brigadegeneralin Ania Guillermina Lastres, wurde Anfang Mai von der Regierung Donald Trumps mit US-Sanktionen belegt.

Der Streit um Zahlen und Einfluss

Wie groß der wirtschaftliche Einfluss der GAESA tatsächlich ist, bleibt umstritten. Externe Schätzungen reichen von 40 bis 70 Prozent der kubanischen Wirtschaft. Rubio behauptete, die GAESA verfüge über Vermögenswerte in Höhe von 18 Milliarden US-Dollar und kontrolliere 70 Prozent der kubanischen Wirtschaft – mit Umsätzen, die dreimal so hoch seien wie der aktuelle Staatshaushalt Kubas.

Die kubanische Botschaft im Vereinigten Königreich wies diese Zahlen scharf zurück. In einem Post auf der Plattform X erklärte die Botschaft, ein Bericht des Miami Herald habe das Vermögen der GAESA um das 24-Fache aufgebläht. „Warum die Täuschung? Die Erfindung eines geheimen Hortes von 18 Milliarden Dollar liefert einen bequemen politischen Vorwand, um genau jene illegalen Sanktionen zu verschärfen, die die kubanische Bevölkerung ersticken", so die Botschaft.

Kubas Schweigen über das Konglomerat

Die kubanische Führung äußert sich traditionell kaum öffentlich über die GAESA. Eine Suche in der wichtigsten Zeitung der Kommunistischen Partei, Granma, ergab in 20 Jahren lediglich sieben Treffer für den Begriff „GAESA" – mit spärlichen und wenig informativen Erwähnungen. Die Finanzen des Konglomerats tauchen zudem nicht im Haushalt der kommunistisch geführten Regierung auf.

Verschiedene kubanische Amtsträger haben im Laufe der Jahre angedeutet, dass diese Geheimhaltung notwendig sei, um den Betrieb strategischer Unternehmen zu gewährleisten, die inmitten harter US-Sanktionen Devisen erwirtschaften. Im Jahr 2024 erklärte die damalige kubanische Generalrechnungsprüferin Gladys Bejerano gegenüber der spanischen Nachrichtenagentur EFE, dass die GAESA nicht in ihren Zuständigkeitsbereich falle und über eine „überlegene Disziplin und Organisation" verfüge.

Kuba bestreitet grundsätzlich, dass Bereicherung oder Korruption innerhalb der GAESA für die aktuelle Wirtschaftskrise verantwortlich seien. Die Regierung verweist stattdessen auf Äußerungen von UN-Experten, wonach eine Treibstoffblockade der Trump-Regierung zu einem „Energiehunger" mit schwerwiegenden Folgen für Menschenrechte und Entwicklung geführt habe. Die USA haben ihrerseits wiederholt Sanktionen gegen GAESA-Unternehmen verhängt und damit faktisch jeglichen US-Tourismus in Hotels im Besitz des Konglomerats untersagt.

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