Fünf Faktoren, die Anleger in der neuen Woche bewegen
Nahostkonflikt, US-Arbeitsmarktbericht, ISM-Daten, SpaceX-Quartalsbericht und AMD-Ergebnisse bestimmen die kommende Handelswoche.

Der Nahostkonflikt bleibt auch zu Beginn der neuen Handelswoche das beherrschende Thema an den Finanzmärkten. US-Präsident Donald Trump sagte am Wochenende ein Bombardement des Irans ab und deutete damit auf ein mögliches neues Abkommen zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus hin. Gleichzeitig stehen wichtige US-Wirtschaftsdaten und Unternehmensberichte auf dem Programm.
Trump erklärte in einem Social-Media-Beitrag, die jüngste Entscheidung gegen schwere militärische Maßnahmen sei auf Bitten des Irans und anderer nahöstlicher Länder zurückzuführen. Er fügte hinzu, dass die „Eckpunkte" einer Vereinbarung zur Freigabe der Straße von Hormus – einer entscheidenden Wasserstraße, die der Iran seit Monaten faktisch gesperrt hält – gesichert seien. Medienberichte aus Saudi-Arabien deuteten zudem darauf hin, dass Kronprinz Mohammed bin Salman Trump gedrängt habe, den „Dialog zu priorisieren", um einen ausgeweiteten Krieg zu vermeiden.
Zur Einordnung: Ein im Juni unterzeichnetes Rahmenabkommen für einen Waffenstillstand sollte ursprünglich die Feindseligkeiten beenden und die Schifffahrt in der Straße von Hormus wieder ermöglichen. Es scheiterte jedoch nur wenige Wochen nach Inkrafttreten, nachdem der Iran erneut Handelsschiffe in der engen Passage angriff. Analysten von Vital Knowledge mahnten zur Vorsicht: „Das gab es alles schon einmal." Die Terminkontrakte für die Sorte Brent, die globale Öl-Benchmark, gaben am Montag nach, lagen aber weiterhin deutlich über dem Niveau vor Kriegsbeginn.
US-Arbeitsmarktbericht im Fokus der Fed
Der wichtigste Wirtschaftstermin der Woche ist der US-Arbeitsmarktbericht für Juli. Erwartet wird, dass die US-Wirtschaft im vergangenen Monat 88.000 Arbeitsplätze geschaffen hat – nach 57.000 im Juni. Die Arbeitslosenquote soll bei 4,2 Prozent verharren, dem gleichen Niveau wie im Vormonat.
Trotz des moderaten Stellenaufbaus bleibt der Arbeitsmarkt strukturell unter Druck. Trumps hartes Vorgehen gegen Einwanderung sowie die zunehmenden Pensionierungen der Babyboomer belasten das Arbeitskräfteangebot: Die Erwerbsbevölkerung schrumpfte von Mai bis Juni um 720.000 Personen. Die Erwerbsquote sank im Juni auf 61,5 Prozent – den niedrigsten Stand seit den von COVID geprägten Tagen im März 2021. Thomas Ryan, Senior North America Economist bei Capital Economics, sieht dennoch Anzeichen für eine Stärkung der zugrunde liegenden Nachfrage in der US-Wirtschaft.
Für die Geldpolitik der Federal Reserve ist der Bericht von besonderer Bedeutung. Die Fed steht vor einem Dilemma: Sie kann die Kreditkosten erhöhen, um die energiegetriebene Inflation einzudämmen, riskiert damit aber eine Schwächung des Arbeitsmarkts und der Gesamtwirtschaft. Anleger beobachten genau, wie die Entscheidungsträger in den kommenden Monaten reagieren werden.
ISM-Daten geben Einblick in die Wirtschaftsaktivität
Neben dem Arbeitsmarktbericht rücken die ISM-Einkaufsmanagerindizes in den Blick. Der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe wird für Juli bei 54,0 erwartet, nach 53,3 im Vormonat. Ein Wert über 50 signalisiert Expansion – das verarbeitende Gewerbe macht etwas mehr als 9 Prozent der amerikanischen Wirtschaft aus.
Im Juni hatte sich der Index verlangsamt, möglicherweise weil Unternehmen vorgezogene Bestellungen zur Umgehung potenzieller Lieferkettenprobleme durch den Iran-Krieg zurückgefahren hatten. Auch der US-Dienstleistungssektor kühlte sich im Juni ab, obwohl sich die Beschäftigung von einer dreimonatigen Phase der Schrumpfung erholte. Dienstleistungen sind für die US-Wirtschaft von zentraler Bedeutung: Der Sektor macht mehr als zwei Drittel der gesamten amerikanischen Wirtschaftsleistung aus.
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Zur AktienanalyseSpaceX und AMD im Rampenlicht
SpaceX wird in dieser Woche seinen ersten Quartalsbericht seit dem historischen Börsengang vorlegen. Die Aktie des Raketenunternehmens von Elon Musk ist seit dem fulminanten Börsendebüt im Juni um 19,7 Prozent eingebrochen. Die Aktie hatte den Handel bei 135 US-Dollar aufgenommen und war nach dem Börsengang kurzzeitig noch höher gestiegen.
Ebenfalls im Fokus stehen die Quartalsergebnisse von Advanced Micro Devices (AMD). Die Zahlen des Chip-Herstellers könnten Aufschluss über den Zustand des Booms bei der künstlichen Intelligenz geben – einem Sektor, der die Technologiemärkte seit Monaten antreibt und für Anleger weltweit von großem Interesse ist.


