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Führungswechsel bei Thyssen-Krupp Steel

Neubesetzung nach Rücktritten und Forderung nach umfassendem Umbau der Stahlsparte

Führungswechsel bei Thyssen-Krupp Steel

Thyssen-Krupp befindet sich inmitten einer umfassenden Neuordnung der Führung seiner Stahlsparte. Nach einem Eklat, der Ende August zum Rücktritt mehrerer Führungskräfte, darunter vier Aufsichtsräte und drei Vorstände, führte, ist für den kommenden Donnerstag eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung geplant. Auf dieser Sitzung sollen die vakanten Positionen neu besetzt werden, um die Weichen für die Zukunft von Thyssen-Krupp Steel zu stellen. Im Zentrum der Neubesetzungen steht Dirk Schulte, der bisher bei der Energiefirma Enercity tätig war. Schulte, Sohn des ehemaligen DGB-Vorsitzenden Dieter Schulte, wird voraussichtlich das Personalressort übernehmen. Auch Marie Jaroni, die kürzlich von der Stahlsparte zum Mutterkonzern wechselte, wird als neue Produktionsvorständin gehandelt.

Mit den gegenwärtigen Vorständen Dennis Grimm und Philipp Conze wird das Führungsteam der Stahlsparte dann vier Mitglieder umfassen. Grimm soll weiterhin als Sprecher des Vorstands fungieren. Zusätzlich wird auf der Sitzung auch die Spitze des Aufsichtsrats neu gewählt. Ilse Henne, derzeit Vorstandsmitglied des Mutterkonzerns Thyssen-Krupp, wird als neue Chefkontrolleurin vorgeschlagen, während Knut Giesler, Bezirksleiter der Gewerkschaft IG Metall in Nordrhein-Westfalen, als Stellvertreter vorgesehen ist.

Innerhalb des Konzerns ist die Berufung von Ilse Henne jedoch umstritten. Bereits im vergangenen November hatte es interne Spannungen gegeben, als der damalige Aufsichtsratschef Siegfried Russwurm ihre Berufung nur mit seiner Doppelstimme durchsetzen konnte. Die Arbeitnehmervertreter hatten gegen sie gestimmt. Vor diesem Hintergrund rechnen Insider mit weiteren Konflikten, insbesondere da das Verhältnis zwischen dem Mutterkonzern und der Stahlsparte weiterhin angespannt ist.

Konzernchef Miguel López fordert einen radikalen Umbau der Stahlsparte, um den Weg für den Ausstieg von Thyssen-Krupp aus dem Stahlgeschäft zu ebnen. Der tschechische Investor Daniel Kretinsky plant, seine Beteiligung an der Stahlsparte von 20 auf 50 Prozent zu erhöhen. Unter den Arbeitnehmern gilt ein Umbau als notwendig, jedoch wird die Herangehensweise von López als überzogen und unrealistisch kritisiert. Diese Meinungsverschiedenheiten hatten im August zur Rücktrittswelle im Aufsichtsrat geführt. Nun steht der neu formierte Vorstand vor der Herausforderung, die Stahlsparte wieder profitabel zu machen.

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