FTX-Trust zieht Milliarden-Klage gegen Genesis Digital zurück
Der FTX-Trust beendet seinen Rechtsstreit gegen das Bitcoin-Mining-Unternehmen Genesis Digital Assets und lässt alle Ansprüche über 1,15 Milliarden Dollar fallen.

Ein FTX-Trust hat seine Klage gegen das Bitcoin-Mining-Unternehmen Genesis Digital Assets Ltd. unwiderruflich zurückgezogen. Damit enden die Bemühungen, insgesamt 1,15 Milliarden Dollar an Geldern zurückzufordern, die angeblich betrügerisch transferiert worden waren. Der entsprechende Antrag wurde am Montag beim US-Insolvenzgericht für den Distrikt Delaware eingereicht.
Der Trust ist für die Einziehung von Geldern zugunsten der FTX-Gläubiger verantwortlich. In der ursprünglichen Klage wurde behauptet, dass Genesis Digital sowie dessen verbundene Unternehmen und Mitbegründer zwischen August 2021 und April 2022 vermischte und veruntreute Gelder vom FTX-Mitbegründer Sam Bankman-Fried erhalten hätten.
Alameda Research im Mittelpunkt der Vorwürfe
Konkret warf der Trust Bankman-Fried vor, seinen privaten Hedgefonds Alameda Research LLC genutzt zu haben, um mehrere Aktientranchen des Bitcoin-Mining-Unternehmens zu massiv überhöhten Preisen zu kaufen. Alameda Research spielte im Zusammenhang mit dem Zusammenbruch von FTX eine zentrale Rolle und stand im Verdacht, Kundengelder der Kryptobörse zweckentfremdet zu haben.
Genesis Digital Assets ist ein in Zypern ansässiges Unternehmen mit Hauptsitz in Dubai. Das Unternehmen hatte bereits im Januar die Abweisung der Klage beantragt und argumentiert, dass es nicht verpflichtet werden könne, sich vor einem US-Insolvenzgericht zu verteidigen. Als Begründung führte Genesis Digital an, über keine Geschäftsstellen in den Vereinigten Staaten zu verfügen.
Hintergrund: Der FTX-Kollaps und seine Folgen
Der Zusammenbruch der Kryptobörse FTX im November 2022 gilt als eines der größten Finanzskandale in der Geschichte des Kryptomarktes. Sam Bankman-Fried, der Mitbegründer der Plattform, wurde in den USA wegen Betrugs und weiterer Vergehen verurteilt. Seitdem arbeitet der eingesetzte Trust daran, möglichst viele Vermögenswerte für die geschädigten Gläubiger zurückzugewinnen.
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Zur AktienanalyseDie Rücknahme der Klage gegen Genesis Digital bedeutet, dass die Gläubiger in diesem Fall leer ausgehen. Ob und in welchem Umfang der Trust alternative rechtliche Schritte in Betracht zieht, geht aus dem eingereichten Antrag nicht hervor. Der Fall verdeutlicht die erheblichen rechtlichen und jurisdiktionellen Hürden, mit denen Insolvenzverwalter bei der Rückforderung von Geldern aus international tätigen Kryptounternehmen konfrontiert sind.
Für deutsche Anleger, die ebenfalls von der FTX-Pleite betroffen waren, bleibt die Situation damit weiterhin unsicher. Der Insolvenzprozess läuft in den USA und betrifft Gläubiger weltweit, die auf die Rückzahlung ihrer eingefrorenen Vermögenswerte warten.


