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FTSE 100 unter Druck: Trump droht Großbritannien mit Zöllen

US-Präsident Trump droht dem Vereinigten Königreich mit hohen Zöllen wegen der britischen Digitalsteuer auf US-Technologiekonzerne.

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FTSE 100 unter Druck: Trump droht Großbritannien mit Zöllen

Der Londoner Leitindex FTSE 100 steht am Freitag vor einem schwachen Handelsstart. Laut Futures-Daten des Brokers IG dürfte der Blue-Chip-Index um 76,6 Punkte bzw. 0,7 Prozent tiefer bei 10.380,41 Punkten eröffnen. Bereits am Donnerstag hatte der Index mit einem Minus von 19,45 Punkten oder 0,2 Prozent bei 10.457,01 Zählern geschlossen.

Auslöser der neuen Unsicherheit ist eine direkte Drohung von US-Präsident Donald Trump. Im Oval Office erklärte er gegenüber Reportern: „Wir haben uns das angesehen und können dem sehr leicht begegnen, indem wir einfach einen großen Zoll auf das Vereinigte Königreich erheben; sie sollten also besser vorsichtig sein." Hintergrund ist die britische Digitalsteuer, die seit 2020 in Kraft ist und eine Abgabe von 2 Prozent auf die Umsätze großer US-Technologiekonzerne im Vereinigten Königreich vorsieht.

Die britische Digitalsteuer richtet sich an Unternehmen, deren weltweite Umsätze aus digitalen Aktivitäten 500 Millionen Pfund übersteigen, wobei mehr als 25 Millionen Pfund der Umsätze auf Nutzer im Vereinigten Königreich entfallen müssen. Damit trifft sie vor allem große amerikanische Social-Media- und Technologieunternehmen. Trump fordert nun die Abschaffung dieser Steuer – andernfalls droht er mit Gegenzöllen.

Pfund Sterling unter Druck

Die Zolldrohung hinterlässt auch am Devisenmarkt ihre Spuren. Das Pfund Sterling notierte am Freitagmorgen bei 1,3465 US-Dollar, nach 1,3500 US-Dollar zum Londoner Börsenschluss am Donnerstag. Gegenüber dem Euro gab das Pfund auf 1,1527 Euro nach, verglichen mit 1,1551 Euro am Vortag. Auch der Euro zeigte sich gegenüber dem US-Dollar leicht schwächer und notierte bei 1,1682 Dollar nach zuvor 1,1708 Dollar. Der Dollar legte gegenüber dem japanischen Yen leicht auf 159,76 JPY zu, nach 159,50 JPY.

Die Schwäche an den Londoner Märkten spiegelt eine breitere Risikoaversion wider. Auch die Wall Street schloss am Donnerstag im Minus: Der Dow Jones Industrial Average verlor 0,4 Prozent, der S&P 500 gab ebenfalls 0,4 Prozent nach, und der technologielastige Nasdaq Composite büßte sogar 0,9 Prozent ein. Die anhaltenden Handelsspannungen zwischen den USA und ihren Handelspartnern belasten die globalen Aktienmärkte spürbar.

Ölpreis setzt Aufwärtstrend fort

Während Aktien und Währungen unter Druck stehen, setzt der Ölpreis seinen Aufwärtstrend fort. Rohöl der Sorte Brent wurde am Freitagmorgen mit 105,11 US-Dollar pro Barrel gehandelt, nach 103,25 US-Dollar am Donnerstag. Der Anstieg verleiht dem Energiesektor im FTSE 100 eine gewisse Stütze, reicht jedoch nicht aus, um die negativen Impulse durch die Zolldrohungen zu kompensieren.

Auf geopolitischer Ebene gibt es derweil eine positive Entwicklung: Israel und der Libanon haben ihren Waffenstillstand um drei Wochen verlängert. Trump gab dies bekannt und äußerte die Hoffnung auf ein baldiges Dreier-Treffen mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun im Weißen Haus. „Ich denke, es besteht eine sehr gute Chance auf Frieden. Ich glaube, es sollte eine einfache Angelegenheit sein", sagte Trump bei einem Treffen mit Botschaftern beider Länder. Die beiden Staaten unterhalten keine offiziellen diplomatischen Beziehungen.

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