ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

FTSE 100 unter Druck: Iran-Konflikt überschattet starke Einzelhandelsdaten

Geopolitische Spannungen im Nahen Osten und hohe Ölpreise belasten europäische Börsen trotz besser als erwarteter britischer Einzelhandelszahlen.

FTSE 100 unter Druck: Iran-Konflikt überschattet starke Einzelhandelsdaten

Britische und europäische Aktien haben am Freitag nachgegeben. Der FTSE 100 verlor gegen 13:08 Uhr GMT rund 0,4 Prozent, während der deutsche DAX um 0,8 Prozent und der französische CAC 40 um 0,1 Prozent nachgaben. Das Pfund Sterling legte gegenüber dem US-Dollar leicht um 0,2 Prozent auf 1,3495 zu.

Hauptbelastungsfaktor waren die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten rund um die Straße von Hormus. US-Präsident Donald Trump signalisierte keine Eile, den Konflikt mit dem Iran zu beenden, und bekräftigte, dass die USA die strikte Kontrolle über die strategisch wichtige Meerenge beibehalten würden, bis eine Einigung erzielt sei. Gleichzeitig hielt er sich die Tür für weitere militärische Maßnahmen offen.

Straße von Hormus: Schiffsverkehr bricht dramatisch ein

Die Auswirkungen der US-Seeblockade sind gravierend. Bis Freitagmorgen wurden 34 Schiffe abgewiesen und zwei Schiffe der iranischen sogenannten „Schattenflotte" beschlagnahmt. Besonders alarmierend: Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus ist auf nur noch fünf Durchfahrten innerhalb von 24 Stunden eingebrochen – verglichen mit einem Durchschnitt von 140 täglichen Passagen vor dem Konflikt. Ein Schiff des deutschen Logistikkonzerns Hapag-Lloyd konnte die Meerenge am Freitag jedoch erfolgreich passieren, während vier weitere Schiffe des Unternehmens im Golf feststecken.

Die Straße von Hormus ist von enormer globaler Bedeutung: Vor dem Konflikt floss durch sie etwa ein Fünftel des weltweiten Ölangebots. Die USA führen zudem im Pazifik und im Indischen Ozean Abfangmanöver gegen iranische Schiffe durch. Auf diplomatischer Ebene reist der iranische Außenminister Abbas Araghchi nach Islamabad, Maskat und Moskau, um Konsultationen über eine Beendigung des Konflikts zu führen.

Die Ölpreise hielten sich nach einer kräftigen wöchentlichen Rallye nahe ihrer jüngsten Höchststände. Die anhaltenden Sorgen über Versorgungsunterbrechungen in der Straße von Hormus treiben die Energiepreise weiter nach oben und erhöhen den Druck auf energieintensive Unternehmen.

Britische Einzelhandelsumsätze übertreffen Erwartungen

Trotz des geopolitischen Gegenwinds lieferten die britischen Wirtschaftsdaten einen positiven Impuls. Die Einzelhandelsumsätze stiegen im März um 0,7 Prozent und übertrafen damit die Erwartungen eines moderaten Zuwachses, wie Daten des Office for National Statistics zeigten. Auf Jahresbasis wuchsen die Umsätze um 1,7 Prozent. Allerdings blieb die zugrunde liegende Nachfrage uneinheitlich: Die Kernumsätze ohne Kraftstoffe stiegen nur leicht und verfehlten die Jahresprognosen.

Mondi und Computacenter: Starke Kontraste im Einzelwerthandel

Auf Unternehmensebene gab es am Freitag deutliche Ausreißer in beide Richtungen. Die Aktien des Verpackungskonzerns Mondi brachen um über 8 Prozent ein, nachdem das Unternehmen die EBITDA-Erwartungen für das erste Quartal verfehlt hatte. Mondi meldete ein EBITDA von 212 Millionen Euro, während Analysten 220 bis 225 Millionen Euro erwartet hatten. Niedrigere Verkaufspreise und steigende Energiekosten im Zusammenhang mit den Spannungen im Nahen Osten belasteten die Margen. Das Unternehmen warnte zudem, dass sich die Bedingungen im zweiten Quartal weiter verschlechtern würden, und kündigte die Schließung von drei weiteren Verarbeitungswerken in Ungarn, Polen und Deutschland an – mit dem Verlust von 450 Arbeitsplätzen.

Im starken Kontrast dazu legte Computacenter um 12 Prozent zu. Der IT-Dienstleister meldete ein herausragendes erstes Quartal, getrieben durch die Nachfrage von Hyperscale-Kunden in Nordamerika und den Abschluss von KI-Projekten in Großbritannien. Das Management hob seine Prognose für das Gesamtjahr auf „deutlich über" den Markterwartungen an. Analysten interpretierten dies als Hinweis auf einen Gewinn vor Steuern von rund 310 Millionen Pfund – etwa 6 Prozent über der Konsensschätzung von 291 Millionen Pfund.

Ftse 100Straße Von HormusIran KonfliktÖlpreiseMondi AktieComputacenterBritische Einzelhandelsumsätze

Disclaimer