FTSE 100 und 250 erholen sich nach Trumps Nahostfrieden-Andeutungen
Britische Börsenindizes verzeichnen stärksten Tagesgewinn seit fast einem Jahr – Ölpreise brechen ein.

Die britischen Leitindizes haben sich am Montag deutlich erholt. Der FTSE 100 legte bis 10:15 Uhr GMT um 1,6 Prozent zu, der Nebenwerteindex FTSE 250 stieg sogar um 1,9 Prozent. Sollten die Gewinne bis Handelsschluss Bestand haben, wäre es der stärkste Tagesanstieg seit fast einem Jahr.
Auslöser der Erholung waren Äußerungen von US-Präsident Donald Trump, der ein baldiges Ende des Nahostkonflikts andeutete. Diese Aussagen lösten einen Ölpreiseinbruch von fast sieben Prozent aus. Allerdings reagierten die iranischen Revolutionsgarden mit der Drohung, keinen einzigen Liter Öl aus der Region zu liefern, sollten Angriffe der USA und Israels andauern.
Die Auswirkungen auf den britischen Energiesektor waren unmittelbar spürbar. Der Energieindex fiel als einziger wichtiger britischer Branchenindex um 2,1 Prozent. Ölmulti Shell verlor 1,7 Prozent, BP rutschte sogar um 2,9 Prozent ab.
Zinspolitik bleibt im Fokus
Gleichzeitig zeigt sich die Unsicherheit bei den Zinserwartungen für Großbritannien. Laut LSEG-Daten sind die Händler nun gespalten, ob die Bank of England die Zinsen 2026 überhaupt noch senken wird – nachdem am Montag kurzzeitig sogar eine Zinserhöhung eingepreist worden war. Die Bank of England wird ihre nächste Zinsentscheidung voraussichtlich am 19. März bekannt geben.
Die Investmentbanken Standard Chartered und Morgan Stanley verschoben ihre Zinssenkungsprognose auf das zweite Quartal. Als Begründung nennen sie Inflationsrisiken durch den anhaltenden Nahostkonflikt. Diese Unsicherheiten hatten den FTSE 100 zuletzt auf 4,6 Prozent unter sein Rekordhoch von Ende Februar gedrückt.
Zusätzlich belasteten schwache britische Konsumausgaben die Stimmung. Umfragen von Barclays und dem British Retail Consortium (BRC) zeigen, dass die Haushalte angesichts von Inflationssorgen zunehmend pessimistisch auf den Konjunkturausblick blicken. Das Wachstum der Konsumausgaben verlangsamte sich im vergangenen Monat spürbar.
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Zur AktienanalyseEinzelwerte mit positiven Überraschungen
Auf Unternehmensebene stach der Wohnungsbaukonzern Persimmon mit einem Kursanstieg von 6,3 Prozent heraus. Das Unternehmen teilte mit, für 2026 mit der Fertigstellung von mehr Häusern zu rechnen, wobei die Gewinne voraussichtlich am oberen Ende der Analystenerwartungen liegen werden. Domino's Pizza legte ebenfalls um drei Prozent zu, da die Schnellrestaurantkette auf eine neue Brathähnchen-Marke setzt, um das Wachstum über das Kerngeschäft mit Pizza hinaus auszuweiten.


