FTSE 100 steigt: Waffenstillstandshoffnungen stützen europäische Aktienmärkte
Britische und europäische Aktien legen zu, während Nahost-Spannungen und Straße-von-Hormus-Risiken die Gewinne begrenzen.

Die britischen Aktienmärkte notieren am Freitag im Plus. Der FTSE 100 stieg um 0,3%, gestützt durch Optimismus über mögliche Waffenstillstandsgespräche zwischen den USA und dem Iran in Pakistan. Gleichzeitig belasteten die eskalierenden Spannungen im Nahen Osten die Stimmung und begrenzten die Kursgewinne.
Auch die kontinentaleuropäischen Indizes legten zu: Der deutsche DAX gewann 0,9% und der französische CAC 40 stieg um 0,6%. Das britische Pfund notierte gegenüber dem US-Dollar um 0,1% fester bei 1,3445.
Nahost-Konflikt belastet die Stimmung
Die Unsicherheit an den Märkten bleibt hoch. Israel setzte seine Angriffe im Libanon fort, wobei landesweit mehr als 300 Tote gemeldet wurden. Das Risiko einer weiteren Eskalation des Konflikts bleibt damit präsent.
Zusätzlich wuchsen die Sorgen um die Straße von Hormus, nachdem der Iran potenzielle Einschränkungen für die Schifffahrt in der strategisch wichtigen Meerenge signalisiert hatte. Dies schürte Befürchtungen über mögliche Störungen der weltweiten Energieversorgung – ein Faktor, der Rohstoffmärkte und energieabhängige Unternehmen gleichermaßen betrifft.
Einzelwerte im Fokus: Unite Group mit soliden Zahlen
Die Aktien der britischen Studentenwohnungsgesellschaft Unite Group (LON: UTG) legten zu, nachdem das Unternehmen Vermietungszahlen für das erste Quartal vorlegte, die weitgehend den Erwartungen entsprachen. Morgan Stanley bestätigte seine Einstufung mit einem Kursziel von 675 Pence.
Unite Group meldete, dass 74% der Betten für das Studienjahr 2026/27 bereits reserviert sind – ein leichter Rückgang gegenüber dem Vorjahr. Auch die Nominierungsvereinbarungen fielen im Jahresvergleich niedriger aus. Positiv hervorzuheben: Die Direktvermietungsreservierungen erreichten 20% und übertrafen damit den Vorjahreswert, unterstützt durch Preisanpassungen und gezielte Werbeaktivitäten.
Repsol und Sodexo unter Druck
Deutlich schlechter entwickelten sich die Aktien des spanischen Ölkonzerns Repsol (BME: REP), die um mehr als 5% einbrachen. Auslöser war ein schwächer als erwartet ausgefallenes Update für das erste Quartal – trotz hoher Ölpreise. Die Gesamtproduktion blieb mit 539 kboed weitgehend stabil, während die konsolidierte Produktion um 18% auf 303 kboed sank.
Noch deutlicher fiel der Kursrückgang bei Sodexo SA (EPA: EXHO) aus: Die Aktien des französischen Catering- und Facility-Management-Konzerns verloren mehr als 11%. Der Konzern senkte nach einer strategischen Überprüfung durch den neuen CEO seinen Ausblick für das Gesamtjahr. Der Nettogewinn im ersten Halbjahr halbierte sich, und die Nettoverschuldung stieg über den Zielwert. Sodexo erwartet nun ein organisches Umsatzwachstum von lediglich 0,5% bis 1% sowie Margen von 3,2% bis 3,4% – beides unterhalb der vorherigen Prognose.
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Zur AktienanalyseAlkoholhersteller fordern Zollentlastung in Indien
Europäische Getränkehersteller wie Pernod Ricard und Carlsberg drängen auf eine Entlastung von Indiens Einfuhrzoll in Höhe von 10% auf Glasflaschen und Dosen. Laut einem Reuters-Bericht warnen die Unternehmen vor Versorgungsengpässen und steigenden Inputkosten im Zusammenhang mit dem Nahost-Konflikt.
Auch Anheuser-Busch InBev schloss sich dem Branchenvorstoß an. Die Brauereien warnen vor potenziellen Engpässen bei Flaschen und Dosen ab Mai sowie vor steigenden Rohstoffkosten. Als mögliche Lösung ziehen die Unternehmen Importe aus Südostasien in Betracht, um die Versorgungsengpässe zu mildern. Die Weitergabe höherer Kosten an die Verbraucher gestaltet sich in Indiens reguliertem Preisumfeld jedoch schwierig.


