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FTI ist pleite

Bund und Investoren verweigern Hilfe – 65.000 Urlauber betroffen

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FTI ist pleite

Der europäische Reisekonzern FTI hat Insolvenz beantragt. Die FTI Touristik GmbH reichte am Montag beim Amtsgericht München einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens ein. Das Unternehmen erklärte, dass intensiv daran gearbeitet werde, bereits angetretene Reisen planmäßig abzuschließen. Allerdings könnten Reisen, die noch nicht begonnen haben, ab Dienstag möglicherweise nicht mehr stattfinden. Das Gericht ordnete eine vorläufige Insolvenzverwaltung an, um das Vermögen des Schuldners vor nachteiligen Veränderungen zu schützen.

Die Insolvenz betrifft zunächst nur die Veranstaltermarke FTI Touristik, aber es sollen auch für weitere Konzerngesellschaften entsprechende Anträge gestellt werden. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Axel Bierbach von der Kanzlei Müller-Heydenreich Bierbach & Kollegen ernannt. Bierbach ist bekannt für seine Arbeit an der Großinsolvenz des Billigstromanbieters BEV und dem Sportfachhändler Sportscheck.

Bereits am Wochenende hatte das Handelsblatt über die sich verschärfenden Probleme bei FTI berichtet. Unternehmensmanager hatten in Berlin mit Vertretern des Bundesfinanzministeriums und des Bundeswirtschaftsministeriums über eine weitere Unterstützung verhandelt. Während der Coronapandemie hatte der Bund dem Konzern mit rund 600 Millionen Euro geholfen. Jetzt lehnte die Bundesregierung jedoch weitere Hilfen ab. Eine Sprecherin des Finanzministeriums erklärte, es gebe unterschiedliche Gründe, weshalb keine weiteren Hilfen gewährt würden, trotz bereits erheblicher Unterstützung.

Der US-Investor Certares, der ursprünglich geplant hatte, FTI zu übernehmen und 125 Millionen Euro frisches Kapital bereitzustellen, zog sein Engagement zurück, als der Bund keine weiteren Hilfen genehmigte. Zudem stellte auch der bisherige Mehrheitseigner, die ägyptische Milliardärsfamilie Sawiris, kein weiteres Geld zur Verfügung.

FTI hat nach eigenen Angaben 11.000 Mitarbeiter und erzielte im Geschäftsjahr 2022/23 einen Umsatz von 4,1 Milliarden Euro. Das Unternehmen bietet vor allem Pauschalreisen in Regionen wie Ägypten und die Türkei an. Die Insolvenz stellt eine große Bewährungsprobe für den Deutschen Reisesicherungsfonds (DRSF) dar, der nach der Pleite von Thomas Cook gegründet wurde. Der DRSF übernimmt Rückzahlungen und organisiert Rückholaktionen für Reisende.

Branchenkenner befürchten einen Dominoeffekt durch die Insolvenz. Viele Partnerunternehmen von FTI, wie Hotels, werden versuchen, die von FTI gebuchten Zimmerkontingente neu zu vergeben, was sich als schwierig erweisen könnte. Die Reisebranche erwartet, dass die Insolvenz zu erheblichen Herausforderungen führen wird, insbesondere kurz vor Beginn der Hauptreisezeit.

Das Auswärtige Amt hat betroffenen Urlaubern Unterstützung zugesagt und steht in engem Austausch mit dem Deutschen Reiseverband und dem DRSF. Bis zu 65.000 Urlauber müssen möglicherweise aus dem Ausland zurückgeholt werden. Unterdessen zeigten sich Reisebüros relativ entspannt, da viele von ihnen bereits vorsichtig mit dem Verkauf von FTI-Reisen waren. Die Insolvenz könnte jedoch dazu führen, dass Provisionen für verkaufte Reisen zurückgefordert werden.

Die Pleite von FTI zeigt die Schwierigkeiten der Reisebranche in der aktuellen wirtschaftlichen Lage und verdeutlicht die Herausforderungen bei der finanziellen Unterstützung von Unternehmen in Krisenzeiten.

Reisen

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