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FTC verklagt Hims and Hers: Aktie bricht um 10% ein

Die US-Handelsaufsicht wirft dem Telemedizin-Anbieter Täuschung bei Datenschutz, Abrechnung und Abo-Kündigungen vor.

FTC verklagt Hims and Hers: Aktie bricht um 10% ein

Die Aktien von Hims and Hers Health sind am Mittwoch deutlich unter Druck geraten, nachdem die US-amerikanische Federal Trade Commission (FTC) Klage gegen das Telemedizin-Unternehmen eingereicht hat. Der Kursrückgang betrug rund 10 Prozent. Die Regulierungsbehörde wirft dem Unternehmen vor, Verbraucher in gleich mehreren zentralen Bereichen getäuscht zu haben.

Konkret beschuldigt die FTC Hims and Hers, sensible Gesundheitsdaten der Nutzer über auf der Website eingebettete Tracking-Technologien an Online-Werbeplattformen wie Meta Platforms und Snap Inc. weitergegeben zu haben. Dies stehe im direkten Widerspruch zu den eigenen Versprechen des Unternehmens, die Gesundheitsdaten seiner Nutzer zu schützen. Der FTC schlossen sich das Los Angeles County sowie der Bundesstaat Utah als Mitkläger an.

Vorwürfe: Abrechnung vor Arztgespräch und erschwerte Kündigung

Ein weiterer schwerwiegender Vorwurf betrifft die Abrechnungspraktiken des Unternehmens. Die FTC behauptet, dass Kunden bereits nach dem Ausfüllen eines Aufnahmeformulars belastet werden – und nicht erst nach einem tatsächlichen Beratungsgespräch mit medizinischem Fachpersonal. Damit würden Rezepte in Rechnung gestellt, bevor Patienten überhaupt mit einem Gesundheitsdienstleister gesprochen haben.

Darüber hinaus wirft die Aufsichtsbehörde Hims and Hers vor, die Kündigung von Abonnements für Nutzer bewusst erschwert zu haben. Dieses Vorgehen, im US-amerikanischen Regulierungskontext auch als „Dark Pattern" bekannt, steht seit Jahren im Fokus der FTC, die zunehmend gegen Unternehmen vorgeht, die Verbraucher durch intransparente Prozesse an Abonnements binden.

Hims and Hers wies die Vorwürfe entschieden zurück. In einem Beitrag auf der Plattform X erklärte das Unternehmen, die Klage „ignoriere wesentliche Beweise", die während der fast dreijährigen Untersuchung der FTC vorgelegt wurden, und „verdrehe das Gesetz, um künstlich Ansprüche zu konstruieren". Das Unternehmen gab sich zuversichtlich und kündigte an, sich „entschieden zu verteidigen".

Hintergrund: Untersuchung läuft seit Oktober 2023

Die FTC-Untersuchung reicht bis in den Oktober 2023 zurück. Im April wurde Hims and Hers formell über die Ergebnisse der Prüfung informiert, woraufhin Vergleichsgespräche begannen. Im Mai legte das Unternehmen eine Rückstellung für wahrscheinliche Verluste in Höhe von 15 Millionen US-Dollar im Zusammenhang mit dieser Angelegenheit offen und warnte gleichzeitig, dass die endgültigen Kosten wesentlich höher ausfallen könnten. Das Unternehmen gab an, ein Vergleichsangebot unterbreitet zu haben, ohne dabei ein Fehlverhalten einzugestehen.

Die Klage trifft Hims and Hers zu einem strategisch heiklen Zeitpunkt. Das Unternehmen hat sich zu einem der größten Telemedizin-Anbieter im schnell wachsenden Markt für Abnehmmedikamente entwickelt. Über seine Plattform bietet es virtuelle Arzttermine und Rezepte für eine Reihe von Behandlungen an, darunter Medikamente zur Gewichtsreduktion, gegen erektile Dysfunktion, bei Haarausfall sowie für psychische Erkrankungen – allesamt direkt an den Verbraucher versandt.

CNBC hatte bereits zuvor über mehrere Prüfungen der Geschäftspraktiken von Hims and Hers berichtet, unter anderem im Zusammenhang mit einer Super-Bowl-Anzeige und zusammengesetzten Medikamenten zur Gewichtsreduktion. Die nun eingereichte Klage verschärft den Konflikt mit den Regulierungsbehörden erheblich, da neue Vorwürfe hinzukommen, die über den bisherigen Untersuchungsrahmen hinausgehen.

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