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FSB warnt vor Risiken im 16-Billionen-Dollar-Repo-Markt für Staatsanleihen

Globale Finanzaufsicht sieht steigende Hebelwirkung bei Hedgefonds und wachsende Abhängigkeit von kurzfristiger Finanzierung kritisch.

FSB warnt vor Risiken im 16-Billionen-Dollar-Repo-Markt für Staatsanleihen

Der Finanzstabilitätsrat (FSB) schlägt Alarm: Im globalen Markt für staatsanleihenbesicherte Rückkaufvereinbarungen (Repos) im Volumen von 16 Billionen US-Dollar bauen sich gefährliche Schwachstellen auf. Die internationale Aufsichtsbehörde, die die Regulierungspolitik der G20-Staaten koordiniert, warnt vor steigender Hebelwirkung bei Hedgefonds und zunehmender Abhängigkeit von kurzfristiger Finanzierung.

Der Repo-Markt gilt als Rückgrat der Liquidität im Anleihehandel. Er ermöglicht es Marktteilnehmern, gegen Hinterlegung von Staatsanleihen kurzfristig Bargeld zu leihen. Ende 2024 standen Repos mit Staatsanleihen als Sicherheit im Wert von etwa 16 Billionen Dollar aus – ein Anstieg von rund 20 Prozent seit 2022. Die USA dominieren mit fast 60 Prozent des Geschäfts, gefolgt von Großbritannien, der Eurozone und Japan.

In seinem aktuellen Bericht identifiziert der FSB mehrere Risikofaktoren, die das gesamte Finanzsystem gefährden könnten. Dazu zählen der Aufbau exzessiver Hebelwirkung, Ungleichgewichte zwischen Angebot und Nachfrage sowie eine hohe Konzentration bei Kreditnehmern, Kreditgebern und Vermittlern. Diese Faktoren erhöhen die Wahrscheinlichkeit marktstörender Ausfälle oder finanzieller Notlagen erheblich.

Jüngste Krisen als Warnsignal

Die Aufsichtsbehörde verweist auf mehrere Stressepisoden, bei denen die Repo-Märkte unter Druck gerieten. Beispiele sind der dramatische Anstieg des US-Repo-Satzes im September 2019, die Krise der britischen Liability-Driven Investment Fonds (LDI) im September 2022 und die Volatilität im Eurozone-Repo-Markt zur gleichen Zeit. Diese Ereignisse zeigen, wie schnell sich Probleme im Repo-Markt auf das gesamte Finanzsystem ausbreiten können.

Besonders besorgniserregend sind die Entwicklungen in Großbritannien. Die Bank of England (BoE) meldete im Dezember, dass die gehebelten Aktivitäten von Hedgefonds auf dem britischen Gilt-Repo-Markt mit fast 100 Milliarden Pfund (132 Milliarden Dollar) ein Allzeithoch erreicht hatten. Eine kleine Gruppe hauptsächlich US-verwalteter Hedgefonds dominiert dieses Geschäft und ist dabei auf sehr regelmäßige Refinanzierung angewiesen.

Regulierungsbehörden reagieren

Die BoE warnt eindringlich: Sollte diese Finanzierung plötzlich versiegen, müssten Hedgefonds britische Staatsanleihen möglicherweise in einem Notverkauf abstoßen. Im September legte die Zentralbank bereits Optionen für eine strengere Regulierung der Gilt-Repo-Märkte vor. BoE-Gouverneur Andrew Bailey führt als Vorsitzender den FSB.

Der FSB empfiehlt den Behörden, Datenlücken zu schließen, die Überwachungskapazitäten zu verstärken und Schwachstellen im Zusammenhang mit Liquiditätsungleichgewichten und Hebelwirkung anzugehen. In den USA hat die Börsenaufsicht SEC bereits reagiert und das zentrale Clearing für die meisten Repo- und Kassageschäfte mit US-Staatsanleihen bis Mitte 2027 angeordnet.

Für deutsche Anleger sind diese Entwicklungen relevant, da Verwerfungen im globalen Repo-Markt auch hierzulande spürbare Auswirkungen auf Anleiherenditen und Finanzierungskosten haben können. Die internationale Vernetzung der Finanzmärkte sorgt dafür, dass Probleme in diesem systemrelevanten Marktsegment schnell auf andere Regionen überspringen.

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