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Frontier-Fonds schlagen den MSCI World: Günstige Bewertungen locken

Aktienfonds in Grenzmärkten übertreffen den MSCI World – bei niedrigen KGVs und überraschend geringer Korrelation zu Industrieländerbörsen.

Frontier-Fonds schlagen den MSCI World: Günstige Bewertungen locken

Frontier Markets – zu Deutsch Grenzmärkte – sind Länder, die sich auf dem Weg zum vollwertigen Schwellenmarkt befinden und von der breiten Investorenmasse kaum beachtet werden. Fondsmanager, die in dieser Nische aktiv sind, investieren in Unternehmen aus Staaten, die weder als Industrieländer noch als klassische Schwellenländer gelten. Ein prominentes Beispiel ist Griechenland: In der Staatsschuldenkrise wurde das Land zum Frontier Market abgestuft, hat inzwischen aber beim Indexanbieter FTSE den Industrielandstatus zurückgewonnen – beim MSCI jedoch noch nicht.

Die Nische zahlt sich aus. Zahlreiche Frontier-Fonds haben in den vergangenen Jahren nicht nur den MSCI Emerging Markets deutlich hinter sich gelassen, sondern auch den MSCI World geschlagen. Gleichzeitig sind die Bewertungen in diesen Märkten nach wie vor attraktiv: Die Kursschwankungen fallen geringer aus als beim MSCI World, und die Umsätze der Unternehmen entstehen überwiegend auf dem Heimatmarkt statt im globalen Wettbewerb.

Die Korrelation zu den Industrieländerbörsen ist strukturell niedrig – ein echter Diversifikationsvorteil für Privatanleger. Allerdings gibt es Ausnahmen: Geopolitische Schocks wie der aktuelle Nahostkonflikt oder der US-Zollstreit des vergangenen Jahres wirken sich auch auf Frontier Markets aus. Ansonsten aber interessieren regionale Ereignisse – etwa in Kasachstan – die Märkte anderer Frontier-Länder kaum.

Magna New Frontiers: Bewährter Klassiker mit günstigen KGVs

Einer der langfristig erfolgreichsten Fonds in diesem Segment ist der Magna New Frontiers (ISIN: IE00B68FF474). Die Fondsmanager Stefan Böttcher und Dominic Bokor-Ingram verteilen das Kapital zu je einem Drittel auf Südostasien, Südosteuropa und den Nahen Osten. Das durchschnittliche Kurs-Gewinn-Verhältnis im Portfolio liegt bei rund neun – Anleger zahlen also nur etwa ein Drittel dessen, was US-Aktien derzeit kosten.

Zu den größten Positionen zählen das vietnamesische Softwareunternehmen FTP, die Industriegruppe Hoa Phat sowie der Elektronikhändler Mobile World. Rohstoffexposure liefern der kasachische Uranproduzent Kazatomprom und der philippinische Gold- und Kupferproduzent Oceana. Aus Dubai ist der Immobilienentwickler Emaar mit einer kleineren Position vertreten – dessen Dividendenrendite ist attraktiv, wenngleich der Irankonflikt den Auslandsverkauf von Immobilien kurzfristig belasten dürfte.

Rund 45 Prozent des Portfolios entfallen auf Bankaktien – in Frontier Markets ein strukturelles Merkmal. Finanzwerte profitieren als erste von wirtschaftlichen Reformen, sinkenden Zinsen und steigender Kreditnachfrage. Zudem arbeiten die meisten dieser Banken nach dem Sparkassenprinzip: wenig Investmentbanking, kaum Derivategeschäft – das macht sie transparenter als westliche Großbanken.

Piräus Bank wird reduziert – Schroders-Konkurrent unter Druck

Mit sieben Prozent Depotgewicht ist die griechische Piräus Bank derzeit noch die größte Einzelposition. Das Managementteam baut sie jedoch schrittweise ab: Da Griechenland den Frontier-Status zunehmend hinter sich lässt, dürfte die Aufnahme in einen Industrieländerindex zwar kurstreibend wirken – dieser Effekt tritt aber meist schon vor der offiziellen Aufnahme ein, sodass das Aufwärtspotenzial begrenzt ist.

Als direkter Konkurrent gilt der Schroders Frontier Markets Fonds, der zuletzt dank höherer Energiegewichtung besser abschnitt. Allerdings steht Schroders vor einer Übernahme durch das US-Fondshaus Nuveen – ein Risiko, das Anleger nicht unterschätzen sollten. Das Team eines anderen Schroders-Schwellenländerfonds hat das britische Haus bereits verlassen. Für langfristig orientierte Privatanleger spricht derzeit mehr für den Magna New Frontiers.

Die wichtigsten Eckdaten des Magna New Frontiers auf einen Blick:

  • ISIN: IE00B68FF474
  • Anteilspreis: 36,77 Euro (Börse Stuttgart)
  • Fondsvolumen: 767 Mio. Euro
  • Ausgabeaufschlag: 5 Prozent (entfällt beim Kauf über die Börse)
  • Jährliche Kosten: 2,3 Prozent
  • Gewinnverwendung: Thesaurierend
  • Risikoklasse: Mittel
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