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Fresenius übertrifft Erwartungen und hebt Gewinnprognose deutlich an

Starkes zweites Quartal beflügelt den Gesundheitskonzern: Fresenius schraubt sein Gewinnziel kräftig nach oben.

Fresenius übertrifft Erwartungen und hebt Gewinnprognose deutlich an

Der Gesundheitskonzern Fresenius hat nach einem überraschend starken zweiten Quartal seine Gewinnprognose deutlich angehoben. Die Aktie legte am Mittwoch um knapp sechs Prozent zu und führte damit die DAX-Rangliste an. Anleger honorierten die besseren Aussichten mit kräftigen Käufen.

Das währungsbereinigte Kern-Ergebnis je Aktie soll im Jahr 2026 nun um zehn bis 15 Prozent zulegen, wie das Unternehmen aus Bad Homburg mitteilte. Bislang hatte Fresenius lediglich ein Plus von fünf bis zehn Prozent in Aussicht gestellt. Das Umsatzziel ließ der Vorstand dagegen unverändert bei einem organischen Wachstum von vier bis sieben Prozent.

Im zweiten Quartal wuchs der Konzernumsatz organisch um sechs Prozent auf 5,86 Milliarden Euro. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) kletterte um zehn Prozent auf 719 Millionen Euro – und übertraf damit die durchschnittliche Analystenerwartung von 693 Millionen Euro spürbar. Unter dem Strich stieg das Konzernergebnis um 14 Prozent auf 470 Millionen Euro.

Biosimilars als wichtigster Wachstumstreiber

Vorstandschef Michael Sen führt den überproportionalen Gewinnanstieg auf Marktanteilsgewinne in margenstarken Geschäftsbereichen sowie auf niedrigere Zinsaufwendungen infolge des konsequenten Schuldenabbaus zurück. Besonders das Biopharma-Geschäft mit biotechnologisch hergestellten Nachahmerpräparaten – sogenannten Biosimilars – lieferte starke Zahlen: Dieses Segment wuchs organisch um beeindruckende 38 Prozent. Für das laufende Jahr stellt Sen in diesem Bereich einen Umsatz von rund einer Milliarde Euro in Aussicht.

Das klassische Pharma-Geschäft der Sparte Kabi entwickelte sich hingegen schwächer und verzeichnete einen Ergebnisrückgang von 13 Prozent. Als Ursachen nannte das Unternehmen Investitionen in die Modernisierung von Produktionsanlagen in den USA sowie den dortigen Preisdruck.

Die Krankenhaustochter Helios steuerte ebenfalls solide Zahlen bei. Der Umsatz stieg organisch um fünf Prozent auf 3,53 Milliarden Euro, das operative Ergebnis legte um zehn Prozent auf 374 Millionen Euro zu. Treiber waren steigende Fallzahlen, positive Preiseffekte in Deutschland und Spanien sowie ein Rechnungszuschlag für gesetzlich versicherte Patienten im deutschen Heimatmarkt.

Wachstum vor Aktienrückkäufen – Zölle kein großes Thema

Die verbesserte Finanzkraft will Fresenius vorrangig in weiteres Wachstum investieren. Aktienrückkäufe stehen laut Sen auf der Prioritätenliste weit hinten. Stattdessen sollen Mittel in Forschung und Entwicklung, Kapazitätserweiterungen, Einlizenzierungen sowie Partnerschaften fließen. Auch mögliche Übernahmen schloss der Konzernchef nicht aus.

Gelassen reagierte der Vorstand auf die von US-Präsident Donald Trump angekündigten Strafzölle auf Generika. Fresenius sieht sich hier gut aufgestellt: Inzwischen werden 72 Prozent der in den USA verkauften Produkte auch dort hergestellt – ein Anteil, der zuletzt durch den Ausbau regionaler Lieferketten gestiegen ist. Eine vollständige Verlagerung der Produktion in die USA plant der Konzern jedoch nicht.

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