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Fresenius Medical Care wandelt sich zur Aktiengesellschaft

Fresenius Medical Care ändert Rechtsform, um Aktionären mehr Einfluss zu gewähren.

Fresenius Medical Care wandelt sich zur Aktiengesellschaft

Fresenius Medical Care, ein führender Dialysespezialist, ändert seine Rechtsform von einer Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) zu einer regulären Aktiengesellschaft (AG). Diese Entscheidung wurde von der Hauptversammlung in Frankfurt am Main nahezu einstimmig getroffen. Der Mutterkonzern, Fresenius, erhofft sich dadurch eine Entlastung der Bilanz. Fresenius Medical Care betreibt weltweit über 4000 Dialysezentren und behandelt rund 345.000 Patienten jährlich, was zu einem Umsatz von fast 20 Milliarden Euro führt. Mit der Umwandlung in eine AG wird der Mehrheitsaktionär von den Verpflichtungen der KGaA befreit und die übrigen Aktionäre erhalten künftig mehr Einfluss.

Die Rechtsform der KGaA ist in Deutschland eher selten anzutreffen, jedoch beliebt bei Eigentümern, die Kapital von Aktionären aufnehmen möchten, aber die Kontrolle über das Unternehmen behalten möchten. Die persönlich haftenden Gesellschafter tragen das volle Risiko, während die Aktionäre nur mit dem Wert ihrer Aktien haften. Diese Rechtsform wird oft von Familienunternehmen, Stiftungen oder Fußballvereinen genutzt. Jedoch zeigt sich, dass Aktionäre informell trotz ihrer begrenzten Macht Einfluss ausüben können, insbesondere bei Vereinen mit unerfahrenen Führungskräften. Dies ist in der Privatwirtschaft anders.

Bei Fresenius Medical Care gab es eine besondere Konstellation: Der persönlich haftende Gesellschafter war eine Aktiengesellschaft, die Fresenius Medical Care Management AG. Diese Management AG hatte ein geringes Eigenkapital und war somit nur begrenzt haftbar. FMC ist Mitglied des DAX und rund 36 Prozent der Aktien-Stimmrechte gehören der Muttergesellschaft Fresenius. Die Verhältnisse sind komplex und für ausländische Investoren schwer nachvollziehbar.

Die Konzernmutter hatte kürzlich Carla Kriwet als neue Chefin von FMC ausgewählt. Allerdings wurde der Vertrag nach nur zwei Monaten aufgelöst, da "möglicherweise nachhaltiger Schaden" drohte. Kriwet erhielt eine Antrittsprämie von 100.000 Euro und Abfindungen in Höhe von insgesamt 1,8 Millionen Euro. Die Rechtsform der KGaA wurde zu Beginn begeistert begrüßt, doch nun freuen sich die Aktionäre von Fresenius Medical Care auf mehr Mitspracherecht mit der Umwandlung in eine AG.

Die Tochtergesellschaft FMC war zu einer Last für die Konzernmutter geworden. Obwohl die Muttergesellschaft den vollen Umsatz der KGaA-Tochter in ihre Bilanz aufnehmen musste, erhielt sie nur einen Teil des Gewinns. Die Risiken im Dialysegeschäft sind gestiegen und die Gewinne sind gesunken. Durch die Umwandlung in eine AG wird die Bilanz von Fresenius nicht mehr belastet.

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