Fresenius-Aktionäre: Dividendenverzicht für 2023
Die Kontroverse um Staatszuschüsse und ihre Auswirkungen auf das Unternehmen und die Investoren

Die Aktionäre des globalen Gesundheitskonzerns Fresenius erhalten für das laufende Jahr keine Dividende. Diese Entscheidung des Vorstands resultiert aus der kontroversen Debatte über die Verwendung von Staatszuschüssen für Energiekosten, die den Helios-Krankenhäusern in Höhe von bis zu 300 Millionen Euro gewährt wurden. Fresenius hat beschlossen, diese Gelder nicht zurückzuzahlen und behält sie ein. Diese Nachricht wurde am Dienstagabend in Bad Homburg veröffentlicht und löste bei den Aktionären Verunsicherung aus.
Bis Ende September waren bereits 160 Millionen Euro der staatlichen Ausgleichs- und Erstattungszahlungen aus dem "Entlastungspaket Energiehilfen" in die Kassen von Fresenius geflossen. Dieser Betrag hat nun zur Konsequenz, dass das Unternehmen für das Jahr 2023 weder Dividenden an die Aktionäre ausschütten noch Boni an seine Manager auszahlen kann. Für die Aktionäre, die auf eine regelmäßige Dividendenausschüttung gesetzt hatten, ist dies eine bittere Pille.
Die Entscheidung des Vorstands, auf Dividenden zu verzichten, stieß auf Kritik von Vorstandschef Michael Sen, der das Gesetz als "teilweise unklar" bezeichnete und eine rechtliche Überprüfung ankündigte. Im Frühjahr hatte Fresenius für das Jahr 2022 noch eine Dividende von 92 Cent je Aktie ausgeschüttet. Analysten hatten ähnliche Erwartungen für das Jahr 2023 geäußert, basierend auf Daten von LSEG.
Die endgültige Bestätigung der Dividendenentscheidung liegt noch in den Händen des Aufsichtsrats der Fresenius Management SE und wird am Mittwoch erwartet. Fresenius betonte jedoch, dass die Nichtausschüttung der Dividende und die Inanspruchnahme der staatlichen Hilfe dazu beitragen würden, die langfristige finanzielle Stabilität des Unternehmens zu fördern. Durch die Verringerung der Verschuldung würden auch die Zinszahlungen eingespart, was sich positiv auf das Ergebnis auswirken soll.
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Zur AktienanalyseDiese Entscheidung markiert einen unerwarteten Schritt für Fresenius und wird sicherlich weitere Diskussionen unter den Aktionären und innerhalb des Unternehmens auslösen. Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Maßnahme auf das Vertrauen der Anleger und die langfristige Performance des Konzerns auswirken wird.


