Freeport-McMoRan schlägt Erwartungen dank starker Kupferpreise
Höhere Kupferpreise gleichen Produktionsrückgang in der Grasberg-Mine aus – Aktie legt vorbörslich zu.

Freeport-McMoRan hat die Erwartungen der Wall Street für das zweite Quartal übertroffen. Der weltweit größte börsennotierte Kupferproduzent erzielte einen bereinigten Gewinn von 0,74 US-Dollar pro Aktie – deutlich über der durchschnittlichen Analystenschätzung von 0,59 US-Dollar, wie Daten des Finanzdienstleisters LSEG zeigen. Die Aktie des in Phoenix, Arizona, ansässigen Unternehmens legte im vorbörslichen Handel um 1,4 Prozent zu.
Der entscheidende Treiber war der starke Anstieg der Kupferpreise. Im zweiten Quartal kletterte der durchschnittlich erzielte Kupferpreis auf 6,17 US-Dollar pro Pfund – ein Anstieg von 41,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 4,54 US-Dollar pro Pfund. Versorgungsängste, eine robuste Nachfrage aus dem Hauptabnehmerland China sowie geopolitische Spannungen im Nahen Osten trieben die Notierungen nach oben.
Grasberg-Mine läuft nur auf halber Kapazität
Trotz des Gewinnsprungs kämpft Freeport mit erheblichen Produktionsausfällen. Die Kupferproduktion sank im zweiten Quartal um 18,2 Prozent auf 786 Millionen Pfund, die Goldproduktion brach sogar um 39,4 Prozent auf 192.000 Unzen ein. Ursache ist der eingeschränkte Betrieb in der Grasberg-Mine in Indonesien, der weltweit zweitgrößten Kupfermine und größten Goldmine.
Das Unternehmen hatte den Betrieb in Grasberg einstellen müssen, nachdem am 8. September rund 800.000 Tonnen nasses Material das Gelände überflutet hatten. Seitdem läuft der Komplex nur mit 50 Prozent seiner Kapazität. Bis zum weiteren Jahresverlauf soll die Auslastung auf 65 Prozent steigen, die volle Kapazität wird laut Unternehmensangaben erst bis Ende 2027 wieder erwartet.
Die Auswirkungen auf die Verkaufszahlen sind deutlich spürbar. Die Kupferverkäufe lagen im zweiten Quartal bei 710 Millionen gewinnbaren Pfund, verglichen mit einer Milliarde gewinnbarer Pfund im Vorjahreszeitraum. Die Goldverkäufe brachen auf 123.000 Unzen ein – ein Rückgang von 76 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.
Mehrheitseigentümer ist Indonesien
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Zur AktienanalyseDie Grasberg-Mine befindet sich mehrheitlich im Besitz des indonesischen Staatsunternehmens PT Freeport Indonesia, wird jedoch von Freeport-McMoRan betrieben. Die Erholung des Betriebs dauert nach eigenen Angaben länger als ursprünglich erwartet. Für Anleger bleibt die vollständige Wiederherstellung der Produktionskapazität bis Ende 2027 ein zentraler Faktor bei der Bewertung des Unternehmens.
Insgesamt zeigt das Quartalsergebnis, wie stark Freeport-McMoRan von der Entwicklung der Rohstoffpreise abhängt. Der Kupferpreisanstieg von über 40 Prozent im Jahresvergleich konnte die massiven Produktionsausfälle mehr als kompensieren – ein Umstand, der die Bedeutung des Kupfermarkts für das Unternehmen und seine Aktionäre eindrucksvoll unterstreicht.

