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Freeport-McMoRan: Rekordrallye oder überbewerteter Kupferriese?

FCX-Aktie steigt 121% in 52 Wochen – doch Fair-Value-Modelle warnen vor Überbewertung.

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Freeport-McMoRan: Rekordrallye oder überbewerteter Kupferriese?

Die Aktie des Kupferbergbaukonzerns Freeport-McMoRan (FCX) notiert am 28. August 2026 um 9:41 Uhr MESZ bei 77,82 US-Dollar. Das entspricht einem Anstieg von rund 121 Prozent gegenüber dem 52-Wochen-Tief von 35,15 US-Dollar. Getrieben wird die Entwicklung durch Rekordkupferpreise und strukturelle Nachfrageimpulse aus der Industrie.

Doch die Frage, ob der Rallye nachhaltiges Potenzial innewohnt, ist zweischneidig. Während die strukturelle Bullenthese beim Metall selbst beginnt, zeigen Fair-Value-Modelle eine Überbewertung von 22,4 Prozent an. Auch die kurzfristigen technischen Indikatoren senden bärische Signale.

Globale Angebotsknappheit treibt Kupferpreise

Eine sich vertiefende globale Angebotsknappheit hat die Kupferpreise an Allzeithochs getrieben. Rückläufige chinesische Raffineriekupferproduktion aufgrund von Konzentratmangel, engere Minen-Angebote und ausstehende US-Zollentscheidungen zu Kupferimporten sind die wesentlichen Treiber. Hinzu kommt die langfristige Nachfrage aus Rechenzentren für Künstliche Intelligenz, Elektrofahrzeugen und der Elektrifizierung der Stromnetze.

Analysten sprechen hier nicht von einem bloßen Rohstoff-Spike, sondern von einer mehrjährigen strukturellen Neujustierung des Kupfermarktes. Freeport-McMoRan profitiert als einer der größten Kupferproduzenten der Welt direkt von dieser Entwicklung.

Starke Quartalszahlen, aber Vorbehalte der Investoren

Im zweiten Quartal 2026 legte Freeport-McMoRan kräftig zu. Das Ergebnis je Aktie (EPS) von 0,74 US-Dollar übertraf den Konsens von 0,59 US-Dollar um 25,4 Prozent. Der Umsatz von 7,03 Milliarden US-Dollar lag 4,8 Prozent über den Schätzungen. Das Management prognostiziert operative Cashflows in Höhe von 8,3 Milliarden US-Dollar für das Gesamtjahr 2026.

Die Erste Group nahm die Aktie am 26. August mit einer „Buy“-Empfehlung in ihre Abdeckungsliste auf und verwies auf überdurchschnittliche Umsatz- und Gewinnwachstumswerte im Sektorvergleich. Allerdings fielen die Aktienkurse nach Börsenschluss trotz des positiven Quartalsberichts. Investoren äußerten Bedenken hinsichtlich steigender Kapitalkosten (Capex) und sinkender Kupfer- und Goldproduktionsvolumina im Jahr 2026, während die Operationen in Indonesien schrittweise hochfahren.

Bewertungskennzahlen werfen Fragen auf

Bei 77,82 US-Dollar handelt FCX zu einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 38,1 (LTM) und einem EV/EBITDA-Multiplikator von 13,6. Dies sind üppige Bewertungen für einen zyklischen Bergbaukonzern, dessen Nettogewinnspanne von 18,8 Prozent im Jahr 2021 auf 8,5 Prozent im Jahr 2025 geschrumpft ist. Die Free-Cashflow-Rendite liegt bei mageren 1,6 Prozent, die Dividendenrendite beträgt lediglich 0,9 Prozent.

Sowohl das Fair-Value-Modell von InvestingPro (60,32 US-Dollar) als auch das konsensbasierte Analystenkursziel liegen unter dem aktuellen Preis. Dies ist ein bemerkenswertes doppeltes Warnsignal. Die Marktkapitalisierung des Konzerns beträgt 112,61 Milliarden US-Dollar.

Technische Analyse zeigt gespaltenes Bild

Die Multi-Timeframe-Analyse erzählt eine gespaltene Geschichte. Der Trend ist auf höheren Zeitebenen eindeutig bullisch – der Kurs liegt weit über allen wichtigen SMA/EMA-Linien. Der wöchentliche Widerstand R1 liegt bei 80,75 US-Dollar, ein Level, das für den nächsten Ausbruchsversuch beobachtet werden sollte. Die tägliche Unterstützung bei 77,79 und 77,14 US-Dollar bildet die kurzfristige Unterseite.

Das sich formende intraday-Muster der „Three Black Crows“ ist jedoch值得关注 und signalisiert oft kurzfristige Korrekturen innerhalb eines Trends. Ein Insider-Verkauf von 6,28 Millionen US-Dollar durch den EVP & General Counsel am 25. August ist ein zusätzlicher Datenpunkt, folgte jedoch der Ausübung von Optionen zu deutlich niedrigeren Basispreisen zwischen 12 und 28 US-Dollar.

Fazit: Bullen- und Bären-Argumente im Widerstreit

Die Bullen-Argumente für Freeport-McMoRan sind vielschichtig: strukturelle Kupfernachfrage über mehrere Jahre, Rekordpreise, eine deutliche Q2-Gewinnübererfüllung, die Aufnahme der Empfehlung durch die Erste Group, die Prognose operativer Cashflows von 8,3 Milliarden US-Dollar sowie starke tägliche und wöchentliche technische Indikatoren.

Dem gegenüber stehen gewichtige Bären-Argumente: Die Aktie liegt 22,4 Prozent unter dem ermittelten Fair Value, der Analystenkonsens zeigt leichtes Downside-Potenzial, das KGV von 38,1 ist für einen zyklischen Wert erhöht, die Nettogewinnspannen sind geschrumpft, die Capex steigen, die Produktionsvolumina sinken 2026, und die Oszillatoren sind überkauft bei bröckelndem intraday-Momentum.

Die Rallye wurde von Fundamentaldaten getragen, die intakt bleiben. Doch zum aktuellen Preis preist FCX einen nahezu perfekten Kupfer-Superzyklus ein, wobei kaum ein Fehlerkorridor verbleibt. Anleger sollten die weitere Entwicklung genau beobachten.

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