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Foxconn steigert Quartalsgewinn um 35 Prozent dank KI-Boom

Der weltgrößte Auftragsfertiger übertrifft Analystenerwartungen – angetrieben von starker Nachfrage nach KI-Infrastruktur und Nvidia-Servern.

Foxconn steigert Quartalsgewinn um 35 Prozent dank KI-Boom

Foxconn, der weltgrößte Auftragsfertiger für Elektronik, hat im zweiten Quartal einen Nettogewinn von 59,97 Milliarden Taiwanesischen Dollar (umgerechnet rund 1,86 Milliarden US-Dollar) erzielt. Das entspricht einem Anstieg von 35 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum und übertrifft die Analystenerwartungen von 58,8 Milliarden Taiwanesischen Dollar. Als Haupttreiber des Wachstums nennt das Unternehmen die anhaltend starke Nachfrage nach KI-Infrastruktur.

Das taiwanesische Unternehmen profitiert dabei maßgeblich von seiner Rolle als wichtigster Fertigungspartner für Nvidias KI-Server. Foxconn erwartet, dass diese Nachfrage das gesamte Jahr über anhalten wird. Um dem wachsenden Bedarf gerecht zu werden, baut das Unternehmen derzeit neue KI-Server-Fabriken in Mexiko und Texas.

KI-Boom und strategische Diversifizierung

Neben dem KI-Geschäft diversifiziert Foxconn seine Aktivitäten gezielt. Während der Großteil der iPhones für Apple weiterhin in China montiert wird, hat das Unternehmen die Produktion von iPhones für den US-Markt nach Indien verlagert – ein strategischer Schritt angesichts geopolitischer Spannungen und Handelsrisiken. Zudem verfolgt Foxconn weiterhin Chancen im Bereich Elektrofahrzeuge (EV).

Allerdings gab es auch einen leichten Dämpfer: Die Bruttomarge lag im zweiten Quartal bei 6,12 Prozent und damit etwas unter dem Vorjahreswert von 6,33 Prozent. Trotz des starken Gewinnwachstums reagierten die Märkte verhalten – Foxconn-Aktien gaben nach der Bekanntgabe der Ergebnisse um rund 1,1 Prozent nach, wie CNBC berichtete.

Foxconn ist nicht das einzige Technologieunternehmen, das vom KI-Boom profitiert. Super Micro Computer legte nach positiver Umsatzprognose um mehr als 7 Prozent zu. CoreWeave verzeichnete sogar einen Kurssprung von 14 Prozent, nachdem das Unternehmen einen Auftragsbestand von 100 Milliarden US-Dollar und besser als erwartete Quartalsumsätze gemeldet hatte. Diese Entwicklungen verdeutlichen den massiven Kapitalfluss in Richtung KI-Infrastruktur, der derzeit als wichtiger Motor für die globalen Unternehmensgewinne gilt.

Makroökonomisches Umfeld: Inflation und Fed-Politik im Fokus

Foxconns Quartalsbericht fiel in eine kritische Woche für die globalen Finanzmärkte. Investoren warten gespannt auf die US-Verbraucherpreisindex-Daten (CPI) für Juli. Von Dow Jones befragte Ökonomen erwarten einen moderaten monatlichen Anstieg von 0,1 Prozent bei der Gesamtinflation und 0,2 Prozent bei der Kerninflation. Die Jahresraten liegen jedoch weiterhin über dem 2-Prozent-Ziel der US-Notenbank Federal Reserve.

Die Marktstimmung hinsichtlich einer möglichen Zinserhöhung der Fed im September ist gespalten – die Wahrscheinlichkeit wird derzeit auf 50 zu 50 geschätzt. Zusätzliche Unsicherheit entsteht durch interne Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Fed: Drei Mitglieder sollen beim jüngsten Treffen für eine Zinserhöhung gestimmt haben. Analysten sehen die bevorstehenden CPI- und PPI-Berichte als entscheidend für die nächste geldpolitische Entscheidung.

Geopolitische Risiken und globale Marktentwicklungen

Geopolitische Spannungen belasten zusätzlich die globalen Märkte. Die Ölpreise sind auf rund 90 US-Dollar pro Barrel gestiegen, getrieben durch Instabilität im Roten Meer und im Golf von Oman. Angriffe der Huthi-Rebellen in der Straße von Bab el-Mandeb forderten erstmals seit über einem Jahr Todesopfer im Roten-Meer-Schiffsverkehr – mit potenziell weitreichenden Folgen für globale Lieferketten.

In Asien steht der japanische Yen unter Druck und notiert nahe der Marke von 160 Yen je US-Dollar. Analysten der Crédit Agricole CIB führen die Yen-Schwäche nicht allein auf Zinsdifferenzen zurück, sondern auf eine „Asymmetrie der Investitionskraft": Massive US-Investitionen in KI – sowohl von Unternehmen als auch der Regierung – zögen globales Kapital in Richtung Dollar. Japanische Zinserhöhungen allein könnten den Kursverfall des Yen demnach kaum aufhalten.

In Südkorea verzeichneten Halbleiterwerte deutliche Kursgewinne. Samsung Electronics und SK Hynix legten spürbar zu. Samsung SDI stieg um 6 Prozent, nachdem das Unternehmen eine Vereinbarung mit General Motors zur Entwicklung von Batteriezellen der nächsten Generation bekannt gegeben hatte. Im Zuge des Deals übernahm Samsung SDI zudem den 49,99-Prozent-Anteil von GM am gemeinsamen Joint Venture SynergyCells – ein Schritt, der auf das langsamere als erwartete Wachstum der globalen EV-Nachfrage zurückgeführt wird.

Insgesamt zeigt die aktuelle Marktlage ein vielschichtiges Bild: KI-getriebenes Wachstum trifft auf makroökonomische Unsicherheiten, geopolitische Risiken und eine vorsichtige Investorenstimmung. Für Anleger bleibt die Frage, wie nachhaltig der KI-Boom ist und wie die Notenbanken auf die anhaltend erhöhte Inflation reagieren werden.

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