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Ford will offenbar Arbeitsplätze in Europa abbauen

Es wird befürchtet, dass Stellen in der Produktentwicklung in die USA verlagert werden, da sich der Autobauer auf die Zukunft mit Elektrofahrzeugen einstellt

Ford will offenbar Arbeitsplätze in Europa abbauen

Laut IG Metall – der größten deutschen Gewerkschaft – will Ford Tausende von Arbeitsplätzen in Europa streichen und mehr Aufgaben in der Produktentwicklung in die USA verlagern, um sich auf eine Zukunft mit Elektrofahrzeugen einzustellen.

Die Gewerkschaft, die mehr als 2,2 Millionen deutsche Beschäftigte in der Automobil-, Elektro- und Metallindustrie vertritt, teilte am Montagabend mit, dass das Unternehmen intern den Abbau von bis zu 3.200 Arbeitsplätzen in Deutschland angekündigt hat und weitere Stellenstreichungen in anderen europäischen Ländern erwartet.

Nach Angaben der Gewerkschaft sind bis zu 65 Prozent der Arbeitsplätze in den europäischen Entwicklungszentren von Ford gefährdet, und 20 Prozent der Stellen in der Verwaltung sollen wegfallen. Die meisten Stellen sollen in Deutschland gestrichen werden, aber auch Standorte in Belgien und Großbritannien könnten betroffen sein.

Ford beschäftigt in Europa rund 34.000 Mitarbeiter, mehr als die Hälfte davon in Deutschland. Die EU plant, den Verkauf von neuen Benzin- und Dieselfahrzeugen bis 2035 auslaufen zu lassen, was einige Autohersteller verzögern wollen.

"Was [Fords Pläne] für unsere Region bedeuten würden, ist für die Menschen in Köln unvorstellbar", sagte ein Regionalverband der IG Metall am Montag und bezog sich dabei auf das Ford-Werk in der Stadt. "Wir blicken mit großer Sorge auf die Zukunft der deutschen Forschung und Entwicklung und damit auch auf die Zukunft der deutschen Ford-Standorte.

Ford baut seit Jahren Arbeitsplätze in Europa ab und positioniert seine Marke neu, um weniger Fahrzeugtypen zu verkaufen und sich auf einem Markt zu profilieren, der mit immer ununterscheidbareren Elektrofahrzeugen gesättigt ist.

Im November warnte der Vorstandsvorsitzende Jim Farley, dass für die Produktion von Elektroautos 40 Prozent weniger Arbeitskräfte benötigt würden als für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren.

Die IG Metall erklärte, Ford habe die geringere Produktion in Europa aufgrund von Problemen in der Lieferkette, Preissenkungen des Konkurrenten Tesla sowie die Energiekrise als Gründe für die jüngste Runde des Stellenabbaus genannt.

Ford äußerte sich nicht zu den von der Gewerkschaft genannten Zahlen, sagte aber, dass das Unternehmen "seine Leistung in Europa und anderswo weiter verbessern" müsse und dass es die deutschen Betriebsräte "mindestens schon im Oktober" über seine Pläne informiert habe.

Ford hatte im Januar erklärt, dass das Unternehmen ein Kernstück seiner zwei Jahre alten Allianz mit dem deutschen Autohersteller Volkswagen auflösen wolle, da es Fahrzeuge auf den Markt bringen wolle, die auf seiner eigenen Technologie beruhen und nicht auf den Systemen des Rivalen.

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