Ford verzeichnet fast 9 Prozent Absatzrückgang im ersten Quartal
Hohe Fahrzeugpreise, gestiegene Kreditkosten und wegfallende Steuervorteile belasten die US-Nachfrage spürbar.

Ford Motor hat im ersten Quartal 2024 einen deutlichen Rückgang seiner US-Verkaufszahlen gemeldet. Der Automobilkonzern aus Detroit verkaufte im Zeitraum bis zum 31. März insgesamt 457.315 Fahrzeuge – ein Minus von knapp 9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Damit reiht sich Ford in eine Branchentendenz ein, die von nachlassender Kaufkraft geprägt ist.
Drei Faktoren belasten die Nachfrage nach Neuwagen in den USA besonders stark: höhere Kreditkosten infolge der Zinspolitik der US-Notenbank Fed, gestiegene Listenpreise der Hersteller sowie das Auslaufen staatlicher Steuergutschriften für Elektrofahrzeuge. Diese Kombination macht den Kauf eines Neuwagens für viele Amerikanern schlicht unerschwinglich.
Auch der anhaltende Nahostkonflikt wirkt sich indirekt aus. Steigende Energiepreise schränken die allgemeinen Konsumausgaben ein. Die US-Benzinpreise nähern sich bereits der psychologisch wichtigen Marke von vier Dollar pro Gallone – umgerechnet rund 3,78 Liter.
Gesamte Branche unter Druck
Ford steht mit diesem Problem nicht allein. Auch die Wettbewerber General Motors und Toyota meldeten für das erste Quartal rückläufige Verkaufszahlen. Die gesamte Automobilindustrie kämpft mit den Folgen eines veränderten wirtschaftlichen Umfelds.
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Zur AktienanalyseAnalysten weisen auf einen interessanten Widerspruch hin: Teurerer Kraftstoff steigert normalerweise das Interesse an Elektrofahrzeugen. Doch wenn die Fahrzeugpreise insgesamt auf hohem Niveau verharren, könnte die Gesamtnachfrage trotzdem leiden – ein Dilemma für die gesamte Branche.
Für deutsche Anleger, die in US-Automobilwerte investiert sind, unterstreicht die Entwicklung die strukturellen Herausforderungen des nordamerikanischen Marktes. Die Kombination aus Zinsniveau, Inflation und geopolitischen Risiken dürfte die Absatzzahlen auch im zweiten Quartal unter Druck halten.


