Ford setzt auf Fahrzeug-Individualisierung als neue Gewinnquelle
Mit exklusiven „Vehicle Drops" und einem ausgebauten Zubehörgeschäft will Ford den 53-Milliarden-Dollar-Nachrüstmarkt stärker erschließen.

Ford Motor weitet sein Zubehör- und Ersatzteilgeschäft gezielt aus, um Gewinne zu steigern und einen größeren Anteil am US-amerikanischen Nachrüstmarkt zu sichern. Laut der Specialty Equipment Market Association gaben US-Verbraucher im Jahr 2025 insgesamt 52,9 Milliarden Dollar für Fahrzeugzubehör und Modifikationen aus – ein Markt, den Ford nun methodisch erschließen will. Der Automobilhersteller plant, sein Angebot an Nachrüstprodukten deutlich zu erweitern, von Außengestaltung und Fahrzeugfolierungen bis hin zu Performance-Teilen und -Systemen.
Zentrales Element der Strategie ist die Ford Custom Garage, die im vergangenen Jahr als offizielle Anlaufstelle für Individualisierungen des Herstellers gestartet wurde. Matt Simpson, Executive Director von Ford Customization, beschreibt die geplanten Produkteinführungen als „Nike-Schuh-Drop"-Momente – exklusive, limitierte Releases, die Begehrlichkeit und Aufmerksamkeit erzeugen sollen. Dieses Konzept soll Käufer ansprechen, die ihr Fahrzeug als persönlichen Ausdruck verstehen und bereit sind, dafür entsprechend zu zahlen.
Limitierter Bronco als erster „Vehicle Drop"
Den Auftakt machte am Montag die Enthüllung eines vom Sonnenaufgang inspirierten Ford Bronco SUV. Das Fahrzeug wird in einer limitierten Auflage von 1.000 Exemplaren mit dem „Desert Rising"-Paket als Teil der neuen „Bronco Horizon"-Serie produziert. Das Paket kostet 13.695 Dollar und hebt den Gesamtpreis des Fahrzeugs auf 57.350 Dollar an.
Das Preisspektrum der Ford Custom Garage ist dabei breit gefächert. Andere Komplettpakete beginnen bei mehreren tausend US-Dollar, können bei bestimmten Mustang-Performance-Paketen jedoch 16.000 bis 18.000 Dollar erreichen. Für eine spezielle Performance-Version des F-150-Pickups sind sogar fast 27.000 Dollar möglich. Damit positioniert Ford seine Individualisierungsangebote klar im Premium-Segment.
Garantie und Finanzierung inklusive
Ein wesentlicher Vorteil gegenüber dem freien Nachrüstmarkt: Ford integriert die Individualisierungen in die Neuwagengarantie. Kunden müssen also nicht befürchten, ihren Garantieanspruch zu verlieren, wenn sie werksseitig angebotene Pakete wählen. Darüber hinaus können die Kosten für Zubehör und Pakete direkt in die monatlichen Raten für Kauf oder Leasing eingerechnet werden – ein praktischer Vorteil für viele Käufer.
Laut Ford individualisieren 46 Prozent aller Neuwagenkäufer in den USA ihre Fahrzeuge in irgendeiner Form. Bronco-Käufer stehen dabei an der Spitze, gefolgt von Mustang- und Pickup-Kunden. Diese Zahlen verdeutlichen das erhebliche Potenzial, das Ford mit seiner neuen Strategie heben möchte.
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Zur AktienanalyseWachstumsziel: 8 Prozent jährlich bis Ende des Jahrzehnts
Ford-CEO Jim Farley hat das Nachrüstgeschäft wiederholt als bedeutende Wachstumschance bezeichnet. Das erklärte Ziel des Unternehmens ist es, den Umsatz mit margenstarker Software und physischen Dienstleistungen – zu dem auch das Individualisierungsgeschäft zählt – von derzeit 15 Milliarden Dollar bis zum Ende dieses Jahrzehnts jährlich um 8 Prozent zu steigern. Neben klassischen Teilen und Zubehör sollen dabei auch Softwaredienste eine wachsende Rolle spielen.
Simpson lehnte es ab, konkrete Wachstumsziele für die Individualisierungssparte zu nennen. Er betonte jedoch, dass Ford sowohl die Zahl der Käufer, die sich für solche Pakete entscheiden, als auch die durchschnittlich ausgegebenen Beträge steigern wolle. Automobilhersteller nutzen Sondermodelle und aufgewertete Versionen schon lange, um Fahrzeugpreise und Margen zu verbessern – Ford geht diesen Weg nun mit einer klar strukturierten und skalierbaren Strategie.


