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Ford setzt auf 48-Volt-Technik wie Tesla Cybertruck für E-Pickup

Detroiter Autobauer investiert 5 Milliarden Dollar in neue Elektrofahrzeug-Generation mit innovativer Bordnetzarchitektur.

Ford setzt auf 48-Volt-Technik wie Tesla Cybertruck für E-Pickup

Ford übernimmt eine Schlüsseltechnologie von Tesla für seine nächste Generation von Elektrofahrzeugen. Der US-Autobauer wird in seinen kommenden E-Modellen ein 48-Volt-Bordnetz einsetzen – eine Technologie, die Tesla 2023 erstmals mit dem Cybertruck auf den Markt brachte. Die Ankündigung erfolgt im Rahmen einer 5-Milliarden-Dollar-Investition in die neue Fahrzeugplattform.

Das 48-Volt-System ersetzt die traditionelle 12-Volt-Architektur, die seit Jahrzehnten in der Automobilindustrie Standard ist. Statt einer separaten Blei-Säure-Batterie für das Fahrzeugzubehör nutzt die neue Technologie die Hochvolt-Batterie des Elektroautos direkt. Ford-Vertreter erklären, dass dies die Effizienz steigert, zusätzliche elektrische Bandbreite ermöglicht und durch reduzierte Verkabelung Gewicht einspart.

Die neue Bordnetzarchitektur ist Teil einer umfassenden Strategie, mit der Ford gegen Tesla und chinesische Hersteller bestehen will. CEO Jim Farley bezeichnete die Entwicklung als "Model-T-Moment" für das Unternehmen – in Anspielung auf das legendäre Modell, das vor über 100 Jahren die Massenmotorisierung einleitete. Gleichzeitig nannte er es eine "Wette" angesichts des Umfangs der Veränderungen.

Drastische Kostenreduktion geplant

Ford erwartet durch die neue Technologie erhebliche Einsparungen in der Produktion. Die Anzahl der Teile soll um 20 Prozent sinken, Befestigungselemente werden um 25 Prozent reduziert. In den Fabriken sind 40 Prozent weniger Arbeitsstationen nötig, die Montagezeit verkürzt sich um 15 Prozent. Der Kabelbaum im neuen Mittelklasse-Truck wird mehr als 1.200 Meter kürzer und 10 Kilogramm leichter als in Fords erstem Elektro-SUV.

Diese Effizienzgewinne sollen helfen, die Kosten für Elektrofahrzeuge auf das Niveau von Benzinern zu senken. Bisher machen die teuren Batterien E-Autos deutlich kostspieliger in der Herstellung – viele Modelle sind unrentabel. Der erste Pickup der neuen Generation soll 2027 für 30.000 Dollar auf den Markt kommen und auf der gemeinsamen "Universal Electric Vehicle"-Plattform (UEV) basieren.

Schwieriges Marktumfeld für E-Autos

Die Investition erfolgt in einem herausfordernden Umfeld. Der US-Markt für Elektrofahrzeuge schwächelt deutlich: Nach einem Höchststand von 10,3 Prozent Marktanteil im September 2024 brach die Nachfrage laut Cox Automotive im vierten Quartal auf 5,8 Prozent ein. Grund sind Änderungen bei staatlichen Förderungen durch die Trump-Regierung und geringere Akzeptanz bei Verbrauchern.

Ford musste kürzlich Abschreibungen von 19,5 Milliarden Dollar vornehmen, die größtenteils mit zurückgenommenen E-Auto-Plänen zusammenhängen. Dennoch hält das Unternehmen an seiner 5-Milliarden-Investition in die UEV-Plattform fest. Doug Clarke, Ford-Manager und ehemaliger Tesla-Mitarbeiter, betont die erheblichen Vorteile des 48-Volt-Systems, da die Kapazität von 12-Volt-Batterien zunehmend an Grenzen stößt.

Tesla als Wegbereiter

Tesla-CEO Elon Musk hatte 2023 Wettbewerbern wie Ford und General Motors eine Anleitung zur Entwicklung von 48-Volt-Systemen geschickt. Clarke erklärte, Ford habe sich bereits vorher für die Technologie entschieden, der Brief habe aber "Öl ins Feuer gegossen" und sei ein "hilfreicher Ausgangspunkt" gewesen. Zudem habe er Zulieferern geholfen, sich auf die Unterstützung der neuen Systeme vorzubereiten.

Neben der neuen Bordnetzarchitektur setzt Ford auf weitere Innovationen wie verbesserte Aerodynamik und "Gigacasting" – ein von Tesla eingeführtes Fertigungsverfahren, bei dem große Metallteile gegossen statt aus vielen kleinen Komponenten zusammengesetzt werden. Das Unternehmen ist überzeugt, dass diese Maßnahmen zu einer stärkeren Akzeptanz von Elektrofahrzeugen führen werden.

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