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Ford kämpft um Zollbefreiung: Aluminiumkrise trifft F-150 hart

Brände in einem US-Aluminiumwerk verschärfen Fords Lieferprobleme – die Trump-Regierung lehnt Befreiungsanträge bisher ab.

Ford kämpft um Zollbefreiung: Aluminiumkrise trifft F-150 hart

Ford Motor befindet sich in einem schwierigen Spagat: Der US-Automobilhersteller hat die Trump-Administration um Befreiung von Aluminiumzöllen gebeten – bisher ohne Erfolg. Gleichzeitig sorgen Brände in einem wichtigen amerikanischen Aluminiumwerk für erhebliche Lieferengpässe, die besonders den meistverkauften Pickup-Truck der USA, den F-150, treffen.

Die Trump-Regierung hat Anträge von Ford und anderen US-Automobilherstellern auf Ausnahmen von den Aluminiumzöllen bislang abgelehnt. Dies berichten Personen, die mit den entsprechenden Gesprächen vertraut sind. Für Ford kommt diese Ablehnung zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt, da das Unternehmen ohnehin mit Versorgungsengpässen bei einem seiner wichtigsten Modelle kämpft.

Brände legen wichtigstes Aluminiumwerk lahm

Im vergangenen Herbst ereigneten sich zwei Brände im Aluminium-Walzwerk von Novelis im US-amerikanischen Oswego im Bundesstaat New York. Die Schäden sind so gravierend, dass die Anlage mindestens bis Juni außer Betrieb bleiben wird. Das Werk gilt als der größte inländische Lieferant von Aluminiumblechen für die US-Automobilindustrie – ein Ausfall mit weitreichenden Konsequenzen.

Die Brände entstanden in jenem Teil des Werks, in dem Aluminium zu dünnen Blechen gewalzt wird. Diese Bleche werden anschließend zu Karosserieteilen gepresst – ein zentraler Schritt in der Fahrzeugproduktion. Für Ford, das beim F-150 seit Jahren auf eine Aluminium-Karosserie setzt, ist dieser Lieferant von besonderer strategischer Bedeutung.

Der F-150 ist seit Jahrzehnten das meistverkaufte Fahrzeug in den USA und ein zentraler Gewinnbringer für Ford. Ford hatte den Pickup-Truck bereits 2015 auf eine Aluminium-Karosserie umgestellt, um Gewicht zu sparen und den Kraftstoffverbrauch zu senken. Diese Entscheidung macht das Modell nun besonders anfällig für Störungen in der Aluminiumversorgungskette.

Zölle und Lieferengpässe: Doppelbelastung für Ford

Die Kombination aus Aluminiumzöllen und dem Ausfall des Novelis-Werks stellt Ford vor eine doppelte Herausforderung. Einerseits verteuern die Zölle importiertes Aluminium erheblich, andererseits fehlt die inländische Produktionskapazität, um den Bedarf zu decken. Eine Befreiung von den Zöllen hätte Ford zumindest teilweise Spielraum verschafft, auf alternative Bezugsquellen auszuweichen.

Für deutsche Anleger und Beobachter der Automobilbranche verdeutlicht dieser Fall, wie stark geopolitische Handelspolitik und unvorhergesehene Ereignisse wie Industriebrände die Lieferketten großer Hersteller belasten können. Die Abhängigkeit von einzelnen Zulieferern bleibt ein strukturelles Risiko – auch für global aufgestellte Konzerne wie Ford.

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