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Ford beantragt Zollbefreiung bei Trump wegen F-150-Lieferengpässen

Werksbrände bei einem Aluminiumlieferanten verschärfen Fords Lage – die Trump-Regierung lehnte Befreiungsanträge bisher ab.

Ford beantragt Zollbefreiung bei Trump wegen F-150-Lieferengpässen

Ford Motor hat die Trump-Administration um Befreiung von Aluminiumzöllen gebeten. Die US-Regierung hat diese Anträge bislang jedoch abgelehnt – und das zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt für den Automobilhersteller. Denn gleichzeitig sorgen Lieferengpässe bei Aluminiumblechen dafür, dass die Produktion wichtiger Modelle wie des F-150 Pickups unter Druck gerät.

Auslöser der Versorgungsprobleme sind zwei Brände, die sich im vergangenen Herbst im Aluminiumwalzwerk des Unternehmens Novelis im US-amerikanischen Oswego im Bundesstaat New York ereigneten. Die Brände beschädigten jenen Teil des Werks, in dem Aluminium zu dünnen Blechen gewalzt wird – dem Ausgangsmaterial für Karosserieteile. Infolgedessen musste die Anlage mindestens bis Juni dieses Jahres außer Betrieb genommen werden.

Größter inländischer Lieferant betroffen

Das Werk in Oswego ist von besonderer strategischer Bedeutung: Es gilt als der größte inländische Lieferant von Aluminiumblechen für die US-Automobilindustrie. Rund ein Dutzend Unternehmen werden von dort beliefert – darunter nicht nur Ford, sondern auch Stellantis und General Motors sowie ausländische Automobilhersteller mit Produktionsstandorten in den USA.

Der Ausfall dieses zentralen Zulieferers trifft die gesamte Branche hart. Für Ford ist die Situation besonders heikel, da der F-150 Pickup seit Jahrzehnten zu den meistverkauften Fahrzeugen in den USA zählt und ein zentraler Umsatzträger des Konzerns ist. Lieferengpässe bei einem so wichtigen Modell können erhebliche finanzielle Folgen haben.

Zölle verschärfen den Druck zusätzlich

Die Aluminiumzölle der Trump-Regierung verschärfen die ohnehin angespannte Lage für Ford und andere US-Autobauer zusätzlich. Da das inländische Angebot durch den Werksausfall in Oswego eingeschränkt ist, sind die Hersteller stärker auf Importe angewiesen – die durch die Zölle jedoch deutlich teurer werden. Ford und andere Unternehmen haben daher Befreiungsanträge gestellt, um die Zusatzkosten zu umgehen.

Die Trump-Administration hat diese Anträge bisher jedoch abgelehnt. Damit stehen die US-Automobilhersteller vor einem doppelten Problem: knappes inländisches Angebot auf der einen Seite und teurere Importe auf der anderen. Für deutsche Anleger, die in US-Automobilwerte investiert sind, ist diese Entwicklung ein wichtiges Signal – sie zeigt, wie stark Handelspolitik und Lieferkettenprobleme zusammenwirken und die Profitabilität der Branche belasten können.

Neben Ford sind auch Stellantis und General Motors von den Engpässen betroffen. Die Situation verdeutlicht die Verwundbarkeit der US-Automobilindustrie gegenüber Störungen in der Lieferkette – insbesondere wenn ein einzelner, zentraler Zulieferer ausfällt. Wie schnell das Novelis-Werk in Oswego seinen Betrieb wieder vollständig aufnehmen kann, bleibt abzuwarten.

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