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FOMO treibt Aktienmärkte auf neue Höchststände laut Barclays

Anleger fürchten, die Rally zu verpassen – Barclays-Analyst Cau warnt jedoch vor übertriebener Hoffnung an den Märkten.

FOMO treibt Aktienmärkte auf neue Höchststände laut Barclays

Die Aktienmärkte erreichen neue Höchststände – und das trotz warnender Signale aus den Öl- und Zinsmärkten. Laut einer aktuellen Analyse der britischen Großbank Barclays ist es vor allem die sogenannte FOMO-Mentalität, also die „Fear of Missing Out" (Angst, etwas zu verpassen), die Anleger derzeit antreibt. Barclays-Analyst Emmanuel Cau fasste es prägnant zusammen: „FOMO hat die Aktien auf neue Höchststände getrieben."

Cau betont dabei die bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit der Märkte. Aktien hätten eine „unglaubliche Widerstandsfähigkeit gegenüber Widrigkeiten" bewiesen, so der Analyst. Ausschlaggebend für die jüngste Aufhellung der Marktstimmung war die Ankündigung eines Waffenstillstands, die wichtige Indizes wieder auf oder sogar über ihr Vorkriegsniveau hob.

USA und Technologiesektor führen die Erholung an

Besonders amerikanische Aktien und der Technologiesektor stehen an der Spitze der Erholung. Dies untermauert nach Einschätzung von Barclays die Präferenz der Bank für US-Titel gegenüber europäischen Aktien. Erste Quartalsergebnisse aus Europa deuten laut der Analyse auf eine spürbare Belastung der Verbraucher hin – ein Faktor, der europäische Märkte strukturell benachteiligt.

Barclays bekräftigte zudem, dass sich ihre Strategie, „die Nerven zu behalten und Absicherungen zu halten", während des Konflikts bewährt habe. Die Bank hatte bereits zuvor argumentiert, dass geopolitische Schocks „in der Regel gute Kaufgelegenheiten darstellen" – eine These, die sich im aktuellen Marktumfeld bestätigt zu haben scheint.

Warnsignale aus Öl- und Anleihemärkten

Trotz der positiven Marktentwicklung mahnt Analyst Cau zur Vorsicht. Die Märkte könnten nun „viel Hoffnung einpreisen", da sowohl die Ölpreise als auch die Anleiherenditen „eine vorsichtigere Botschaft über das Ende des Krieges vermitteln". Konkret weist Cau darauf hin, dass die Störungen in der Straße von Hormus anhalten – die wirtschaftlichen Kosten des Konflikts seien damit weiterhin ungelöst.

„Wir haben den Eindruck, dass die ‚einfachen' Gewinne durch die Deeskalation hinter uns liegen", so Barclays. Weitere Kursgewinne könnten eine Bestätigung seitens der Öl- und Zinsmärkte erfordern, dass sich der Konflikt tatsächlich nachhaltig entspannt.

Positionierung als treibende Kraft

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Marktpositionierung. Barclays hatte bereits zuvor darauf hingewiesen, dass der Risikoabbau von CTAs (Commodity Trading Advisors) und Hedgefonds einen „kraftvollen Short-Squeeze und eine Beta-Rallye" auslösen könnte. Ein Teil davon ist bereits eingetreten – doch viele risikogesteuerte Fonds müssen ihr Engagement erst noch wieder erhöhen und laufen der Erholung damit hinterher.

Nach Gesprächen mit Kunden ist Barclays überzeugt, dass FOMO derzeit das dominierende Sentiment ist. Die meisten Anleger ziehen es vor, investiert zu bleiben, da „Aktien steigen wollen, egal was passiert" – eine Haltung, die die Rally kurzfristig stützt, aber auch Risiken birgt, sollten die fundamentalen Warnsignale aus den Rohstoff- und Anleihemärkten Realität werden.

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