Fnac Darty plant Unieuro-Übernahme
Konsolidierung des Elektronikhandels in Europa rückt näher

Die französische Beteiligungsgesellschaft Fnac Darty, zusammen mit ihrem Großaktionär Daniel Kretinsky, plant die Übernahme der italienischen Elektronikhandelskette Unieuro. Durch diese Übernahme soll ein bedeutender Schritt zur Konsolidierung der Branche unternommen werden. Fnac Darty hat in Kooperation mit der Ruby Equity Investment, an der Kretinskys Vesa Equity mit 49 Prozent beteiligt ist, ein Übernahmeangebot für Unieuro vorgelegt. Das Angebot umfasst neun Euro in bar sowie Fnac-Darty-Aktien aus einer Kapitalerhöhung, was einem Gesamtwert von zwölf Euro je Aktie entspricht. Dadurch wird Unieuro insgesamt mit knapp 250 Millionen Euro bewertet. Bereits jetzt hält Fnac Darty 4,4 Prozent der Unieuro-Anteile. Die italienische Kette kündigte an, das Angebot prüfen zu wollen, woraufhin ihre Aktien an der Börse um mehr als 30 Prozent stiegen.
Bei einer erfolgreichen Übernahme würde ein Unternehmen mit einem Umsatz von über 20 Milliarden Euro entstehen, das in vielen europäischen Märkten führend wäre und profitabler arbeiten könnte. Fnac Darty erklärte, dass das fusionierte Unternehmen über mehr als 1500 Filialen mit rund 30.000 Beschäftigten verfügen und seine Marktführerschaft weiter ausbauen könnte. Die Unternehmen wären dann in Ländern wie Frankreich, Spanien, der Schweiz, Italien und Belgien vertreten. Beide Unternehmen treiben ihre Digitalisierung voran und streben an, ihre Kunden über verschiedene Vertriebskanäle, von Filialen bis zu Online-Stores und erweiterten Service-Angeboten, zu binden.
Parallel dazu verfolgt die Düsseldorfer Holding Ceconomy einen ähnlichen Ansatz. Ceconomy, zu der die Elektronikhandelsketten Media Markt und Saturn gehören, ist ebenfalls in vielen der Märkte präsent, in denen das neue Bündnis aktiv wäre. Fnac-Darty-Chef Enrique Martinez teilte mit, dass Unieuro einige Wochen Zeit habe, um das Angebot zu prüfen. Fnac Darty strebt an, die Transaktion im vierten Quartal abzuschließen.
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Zur AktienanalyseDas Übernahmeangebot könnte auch die gesamte Branche in Europa in Bewegung bringen. Daniel Kretinsky ist über seine Vesa Equity mit 29,9 Prozent größter Anteilseigner bei Fnac Darty, während Ceconomy 23,4 Prozent der Anteile hält. Kretinsky besitzt zudem zahlreiche Beteiligungen an anderen Handelskonzernen, darunter die französische Casino und die deutsche Metro. Ceconomy betonte erneut, dass es keine Gespräche mit Kretinsky über den Fnac-Darty-Anteil gebe. Eine Sprecherin von Ceconomy erklärte gegenüber Reuters, dass das Unternehmen weiterhin an seiner Strategie arbeite und mit seinem Portfolio sehr zufrieden sei. In der Vergangenheit gab es immer wieder Spekulationen, dass Kretinsky selbst auch bei Ceconomy einsteigen könnte.


