Flugzeug-Leasingbranche zeigt sich trotz globaler Unsicherheiten erstaunlich robust
Branchenriesen kontrollieren Produktion bis ins nächste Jahrzehnt und profitieren von Flugzeugknappheit.

Die globale Flugzeug-Leasingbranche präsentiert sich in unruhigen Zeiten überraschend widerstandsfähig. Trotz transatlantischer Spannungen und nervöser Märkte betonen die Leasingriesen, die rund die Hälfte der weltweiten Flugzeugflotte besitzen, ihre starke Position. Der zollfreie Status für die meisten Flugzeuge bleibt erhalten, und die Fähigkeit, Vermögenswerte flexibel über Grenzen hinweg zu verlagern, stärkt die Branche zusätzlich.
"Es gab im vergangenen Jahr viele Dinge, von denen wir dachten, sie würden zu einer nachlassenden Nachfrage führen, und die Branche kämpft sich weiterhin hindurch", erklärte Tom Baker, CEO der Aviation Capital Group (ACG), auf dem jährlichen Branchentreffen in Dublin. Die Situation sei trotz globaler Volatilität "überraschend stabil".
Ein entscheidender Faktor für die Stabilität ist der massive Auftragsbestand bei Boeing und Airbus. Leasinggeber kontrollieren damit einen Großteil der Produktion neuer Jets bis weit in das nächste Jahrzehnt hinein. Diese Marktmacht stützt Mietpreise, Wiederverkaufswerte und letztlich die Gewinne der Branche. Hinzu kommt, dass industrielle Probleme bei den Herstellern das Angebot an verfügbaren Flugzeugen zusätzlich verknappen.
Knappheit als Schutzschild
Der Flugzeugmangel fungiert paradoxerweise als Stabilisator. "Der Mangel an verfügbaren Flugzeugen hat Leitplanken um den Zyklus gelegt", so Baker weiter. Diese künstliche Verknappung verhindert die typischen Überkapazitäten, die in der Vergangenheit zu Preisverfall und Branchenkrisen führten.
Peter Barrett, CEO von SMBC Aviation, räumt ein, dass die Risiken zugenommen haben. "Gibt es mehr Risiko? Es fühlt sich so an, und wenn nicht mehr, dann sicherlich anders", sagte er gegenüber Reuters. Gleichzeitig betont er die bewährte Fähigkeit der Branche, geopolitische Risiken zu managen.
Erfahrung mit Krisen als Vorteil
Die Branche hat bereits mehrere schwere Schocks überstanden: die Asienkrise, die Folgen der Terroranschläge vom 11. September, die COVID-19-Pandemie und zuletzt den Verlust von in Russland gestrandeten Flugzeugen nach der Ukraine-Invasion. Diese Erfahrungen haben die Leasinggeber resilient gemacht.
Allerdings mahnen einige Branchenvertreter zur Vorsicht. Firoz Tarapore, CEO von Dubai Aerospace Enterprise (DAE), warnte auf der Airline Economics Konferenz: "Die Störung, die von der größten Volkswirtschaft der Welt verursacht wird, ist immer noch etwas, bei dem man nicht einfach sagen kann, es sei ein Niesen und es werde vorübergehen."
Konsolidierung nimmt Fahrt auf
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Zur AktienanalyseInnerhalb der Branche zeichnet sich eine Zweiteilung ab. Unternehmen mit großen Flugzeug-Orderbüchern stehen deutlich besser da als kleinere Wettbewerber. CEOs warnen, dass kleinere Leasinggesellschaften entweder eine starke Nische besetzen oder wachsen müssen, um langfristig zu überleben.
Die jüngste bedeutende Konsolidierung erfolgte 2024 mit der Übernahme von Air Lease Corp durch SMBC Aviation. Brancheninsider berichten zudem, dass Steven Udvar-Hazy, 80-jähriger Vorsitzender von Air Lease und Mitbegründer der Leasingbranche, die Gründung eines neuen Unternehmens erwägt. Udvar-Hazy selbst wollte sich dazu nicht äußern.
Andy Cronin, CEO von Avolon, betont, dass die Markteintrittsbarrieren steigen. Notwendig seien starke Bilanzen, große Auftragsbücher und robuste Finanzierungsstrukturen. Der jahrzehntelange Anlagehorizont für Jets sollte dabei helfen, kurzfristige Abschwünge abzufedern.


