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Flugtaxis: eVTOLs rücken näher an wirtschaftliche Rentabilität heran

Elektrische Senkrechtstarter zeigen auf der Farnborough Airshow neue Einsatzmöglichkeiten – von Militärdrohnen bis zu Regionalflügen.

Flugtaxis: eVTOLs rücken näher an wirtschaftliche Rentabilität heran

Elektrische senkrechtstartende und -landende Flugzeuge, kurz eVTOLs, haben sich von ihrem futuristischen Lufttaxi-Image der Boomjahre weiterentwickelt. Auf der alle zwei Jahre stattfindenden Luftfahrtmesse in Farnborough präsentierten Unternehmen wie Archer Aviation, Joby Aviation und Beta Technologies diese Woche konkrete neue Anwendungsfelder. Die leisen, hubschrauberähnlichen Fluggeräte sorgten dabei für Aufsehen – auch bei Investoren.

Das Grundprinzip hinter eVTOLs ist unverändert überzeugend: Sie können theoretisch alles leisten, was Hubschrauber können – und darüber hinaus noch mehr. Ihre geringe Geräuschentwicklung ermöglicht mehr Einsätze in bebauten Gebieten. Zudem sollen sie in der Herstellung günstiger sein als Hubschrauber und im Betrieb weniger kosten als die bekanntermaßen wartungsintensiven Helikopter.

Militär und Regionalflüge als neue Märkte

Da vollständig zertifizierte Kleinflugzeuge für den Stadtverkehr noch auf sich warten lassen, erschließen die Unternehmen alternative Märkte. Archer enthüllte in Zusammenarbeit mit dem US-Rüstungsunternehmen Anduril eine Hubschrauber-Angriffsdrohne, während Beta Technologies eine Frachtdrohne für den militärischen Einsatz präsentierte. Das Militär gilt als attraktiver Abnehmer, da Streitkräfte bereits heute zu den größten Nutzern von Hubschraubern zählen.

Regionalflüge bieten ein weiteres vielversprechendes Einsatzfeld. Laut einem McKinsey-Bericht aus dem Jahr 2023 leben die Hälfte der Europäer weniger als 30 Autominuten von einem kleinen Flughafen entfernt – in den USA steigt dieser Anteil sogar auf 90 Prozent. Dieser Markt ist weitgehend ausgestorben, als Flugzeuge größer wurden. Für Passagiere ist die Aussicht, die mühsame Gepäckabfertigung an großen, teuren Drehkreuzen zu umgehen, jedoch durchaus reizvoll.

Hybridmodelle, die einen elektrischen Start mit konventionellem Flug kombinieren, sind eine weitere Option. Bei diesem Konzept sind die Triebwerke im Reiseflug am effizientesten und können gleichzeitig die Batterien wieder aufladen. Das kanadische Unternehmen Horizon erwartet, bis Ende des Jahres einen Prototyp seines Sechssitzers fertigzustellen. Diese Modelle haben den zusätzlichen Vorteil, dass sie weniger neue Infrastruktur wie Ladestationen erfordern.

Regulierung und Finanzierung als Schlüsselfaktoren

Die regulatorische Entwicklung gibt Anlegern zunehmend Zuversicht. Ein US-Programm ermöglicht bereits einige umsatzgenerierende Testläufe ohne vollständige Zertifizierung – etwa den Einsatz von eVTOLs für den Transport von Spenderorganen. Die britischen Behörden arbeiten daran, wie der Flugverkehr in geringer Höhe in belebten Lufträumen sicher erhöht werden kann, und koordinieren ihre Zertifizierungsbemühungen mit internationalen Partnern.

Die Entwicklung dieser Technologie hat allerdings erhebliche Mittel verschlungen. Archer und Joby haben seit ihrem Börsengang im Jahr 2021 zusammen mehr als 3 Milliarden US-Dollar verbraucht. Laut Analysteneinschätzungen verfügen beide Unternehmen jedoch noch über genügend Mittel, um den Betrieb für mehrere weitere Jahre zu finanzieren. Alle Unternehmen machen Fortschritte – wenn auch in unterschiedlichem Tempo.

Ein kostspieliges Rennen um Tests, Zertifizierungen und die Festigung von Aufträgen ist in vollem Gange. Dennoch scheinen zumindest einige der Pioniere in der Lage zu sein, zu überleben und den Durchbruch ihrer Technologien mitzuerleben. Für Anleger, die in diesem Sektor engagiert sind oder es werden wollen, bleibt die Entwicklung der regulatorischen Rahmenbedingungen und der Fortschritt bei der Zertifizierung der entscheidende Gradmesser.

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